Die ab 2011 geplante Verkürzung der Wehrpflicht auf sechs Monate hat in der Bundeswehr Sorgen ausgelöst, ob in diesem Zeitraum eine umfassende Ausbildung gewährleistet werden kann. Das Vorhaben hat außerdem zur Folge, dass der Zivildienst ebenfalls auf ein halbes Jahr zusammengestrichen wird. Deshalb befürchten die Sozialverbände über kurz oder lang das Aus für den Zivildienst, weil etwa in Pflegediensten die Ausbildung der jungen Männer zu aufwendig ist, wenn sie nach wenigen Monaten schon wieder die Stelle aufgeben.
Mißfelder lehnte es aber ab, auch Frauen in die Dienstpflicht mit einzubinden. "Ein Dienst an der Gesellschaft ist für alle jungen Männer sinnvoll. Die Gleichberechtigung in unserer Gesellschaft ist aber noch nicht so weit, dass Frauen überall die gleichen Chancen haben."
Die Forderung der JU-Spitze nach einer allgemeinen Dienstpflicht stößt in der Führung der schwarz-gelben Koalition allerdings auf Widerstand. "Eine allgemeine Dienstpflicht wäre durch das Grundgesetz nicht gedeckt", sagte CSU-Generalsekretär Alexander Dobrindt der FTD. "Die Politik kann nicht die Freiheit des Einzelnen für Monate einschränken, nur um Lücken in den Sozialsystemen zu stopfen."