FTD.de » Politik » Deutschland » Bitte kein Aktionismus im Dioxin-Skandal
Kommentare
  • 09.01.2011 15:11:20 Uhr   P. Dieterlen: Dioxinskandal.

    wofür haben wir Landwirtschafts-und Verbraucherminister wenn wir ständig durch unsere Leb
    unsere Lebensmittel vergiftet werden? BSE,Dioxin,etc.Wird das so weitergehen?

  • 07.01.2011 22:50:11 Uhr   O.H.: Die Kontrollen haben funktioniert?

    Wie heute bekannt wird ist verseuchtes Futtermittel seit März im Umlauf. Davon, dass die Kontrollen funktioniert haben, kann also keine Rede sein. Wer hier rigide Maßnahmen als Aktionismus verunglimpft macht sich mit schuldig.

  • 07.01.2011 22:08:11 Uhr   Ole H.: Schon vor 1nem Jahr

    . Der Preis spielt sicherlich eine Rolle, aber wenn ich mir die Eier beispielsweise nicht aus Boden- oder Käfighaltung kaufe, sondern beim Bauern in der nähe, wer vergiwissert mir dann das das Futter aus eigener Herstellung ist? Nachfragen wäre vllt eine Lösung ja, aber viele, auch kleinere Höfe bekommen ihr Futter normalerweise von einem Grosshandel wie z.B. der nun verseuchte Harles und Jentzsch.

  • 07.01.2011 18:25:51 Uhr   Walter : Empörung über nichts

    Ich finde die Reaktionen hier mit allen möglichen Forderungen toll.
    Wieder einmal ist die Risiko-Wahrnehmung vollkommen verzerrt.

    Ist eigentlich irgendjemand klar, daß das alles Geld kostet und zwar jede Menge davon?
    Wenn der 'mündige Verbraucher' meint, unbedingt billigste Eier für 12 cent oder noch darunter essen zu müssen, bekommt er was er bezahlt.
    Damit unterstützt er die weitere Industrialisierung der Landwirtschaft, die mit Personal-Abbau und unqualifiziertem (=billigem) Personal sowie der Vernichtung von arbeitsintensiven Klein-Betrieben einhergeht und zu solchen Problemen überhaupt erst führt. Anders kann man zu solchen Preisen nicht produzieren.
    Da kaufe ich meine Eier lieber beim Bauern für 20 Cent oder auch mehr und weiß was ich kriege.

    Zum Dioxin: die Überschreitung des Grenzwertes war minimal und es ist sicher nicht davon auszugehen, daß irgendjemand davon Krebs bekommt wie oben behauptet. Die Giftigkeit von Dioxinen (DAS Dioxin gibt es nicht) hängt von seiner Zusammensetzung ab und unterscheidet sich bis zum den Faktor 1:1000 je nach Typ.
    Wäre dem so, müssten alle Raucher tot oder krebskrank sein (ab ca. 35-40 Zigaretten ist die max. Tagesdosis erreicht, Passivraucher inhalieren mit).
    Die ach so natürlichen Holz-Heizungen und -Kamine müssten alle verboten werden, da kommt je nach Holz richtig was weit über jedem Grenzwert raus.
    Beim Grillen und Braten werden ebenfalls Dioxine frei. Das hier in diesem Fall war ja anscheinend aus aufbereitetem Lebensmittelfett.
    Man sollte hier mal die Kirche im Dorf lassen. Es wurden nicht tonnenweise Dioxine in die Luft geblasen, wie bei
    den wirklich gefährlichen und skandalösen Giftunfällen.
    Es geht um die Überschreitung eines sowieso extrem niedrig angesetzten Grenzwertes um 10-100%. Wer nicht jeden Tag mehrere Eier isst hat damit also keinerlei Probleme.

    Das Hauptproblem bei allen diesen Lebensmittelskandalen (Gammelfleisch im Supermarkt etc.) ist, daß anscheinend (und zwar hauptsächlich in Deutschland) jeder meint, alles zum niedrigsten Preis bekommen zu müssen bei höchster Qualität und Sicherheit. Das schließt sich von vorneherein aus. Die Produkte, bei denen die Skandale auftreten sind i.d.R. die Billigst-Produkte.
    Was ist gegen die Aussage über 'Dummheit, Fahrlässigkeit & kriminelles Verhalten' zu sagen? Das ist die Realität. Da bringt auch das nächstschärfere Gesetz nichts.

  • 07.01.2011 02:02:13 Uhr   Adrienne Kneis: Bekämpft werden Symptome statt Ursachen

    Man kann nur jeden Einzelnen auffordern, die Werte für sich zu überdenken, die im Leben wichtig sind. Reines Gewinnstreben ohne Rücksicht auf Menschen, Tiere und Umwelt kann nicht dazu zählen.

    „Auschwitz fängt da an, wo einer steht und denkt, es sind ja nur Tiere.“ (Theodor W. Adorno)

  • 07.01.2011 01:57:12 Uhr   Adrienne Kneis: Tausende Tiere werden verbrannt...

    Schon wieder wird ein Symptom bekämpft anstatt die Ursache zu bekämpfen, und wieder sind die Leidtragenden die Tiere. Sie werden vergast und erstickt, weil das Gift in ihren Körpern uns Menschen gefährdet. Gift, das von gewissenlosen Gewinnstrebern ihrem Futter beigemengt wurde. Tragisch ist, dass diese Industrie auch noch über Brüssel mit hunderten Millionen Euro Steuergeldern jährlich subventioniert wird.

  • 06.01.2011 15:11:48 Uhr   B. Schmitz, Milchbauer: Rückverfolgbarkeit für Landwirte

    Das gesundheitliche Risiko dieses Skandals tragen die Verbraucher in erster Linie. Mit den finanziellen Schäden stehen die betroffenen Höfe erstmal alleine da. Sie haben sich in der angesprochenen Billigproduktion von Massenartikeln wie Eiern auf die Hersteller der zugekauften Futtermittel verlassen. Als Produzenten sind sie der Entwicklung gefolgt, lieber billig zukaufen als etwas teurer, aber dafür sicher selbst Futtermittel herstellen. Die arbeitsteilige Nahrungsmittel-Massenproduktion ist auf Dauer der falsche Weg, gesunde und sichere Nahrungsmittel zu bekommen. Zuviele haben die Möglichkeit in der Kette zu pfuschen. Denn der Tierhalter als letzter in der Kette, kann auf keinem Etikett lesen, wer da alles was ins Futter hinein gemischt hat. Die Geflügelbranche macht es gerade wieder deutlich, wie wir es in anderen, noch landwirtschaftlich geprägten Produktionsrichtungen bei Nahrungsmitteln nicht machen sollten.

  • 05.01.2011 17:09:41 Uhr   Steffen Schaefer: Transparenz in der Lebensmittelkette


    Der Artikel ist wohl von der Lebensmittelindustrie gesponsort und versucht Verbraucher wie auch Politik einzulullen. Transparenz in der Lieferkette ist machbar, das hat das Projekt IT FoodTrace aufgezeigt. Sie kann sich auch finanziell auszahlen!
    Andere Länder - zum Beispiel Norwegen oder Malaysia(!) - haben dies als Wettbewerbsfaktor erkannt und ermöglichen Verfolgbarkeit von frischem Fisch oder Halal-Produkten. Wann bekommen wir solche Transparenz endlich in Deutschland?

  • 05.01.2011 11:05:57 Uhr   Dr. Hans Günter Joger: Kommentar zum Dioxin-Skandal

    Der FTD-Kommentar fusst offensichtlich auf erheblicher Blauäugigkeit und schlechter Recherche:

    Seit 8 Wochen ist offensichtlich bereits das verseuchte Futtermittel im Umlauf, so dass viele belastete Eier längst verspeist sein dürften. Die stichprobenhaften Kontrollen setzen generell viel zu spät an, nämlich nicht bei den Liefernaten. Wenn eine Firma auf dem Hof einen Tanklaster mit technischem Fett neben einen Tanklaster mit um ein Drittel teurerem Lebensmittelfett stehen hat, ist es kein Wunder, dass die Idee reift, sechstellige Summen durch den Tausch der optisch gleich aussehenden Produkte einzustreichen. Die riesigen Mengen an aufgetauchtem dioxinhaltigem Fett lassen sich nur durch absichtliches Einbringen in die Futterkette erklären.
    Es gibt seit Jahren Hinweise und Gerüchte auf verpanschte Futtermittel, daher dürfte es sich hier nur um einen besonders "ungeschickt" inscenierten Fall handeln.
    Die Strafen für solche Vergehen sind in Deutschland viel zu gering, um potenzielle Täter wirksam abzuschrecken.

    Was kritscher Journalismus auch mal fragen sollte:
    Warum muss unsere wohlhabende Gesellschaft überhaupt akzetieren, dass unsere Hühner solch einen "Industriemix" als Futter bekommen?

    Mit freundliuchem Gruß,
    Dr. Hans G. Joger, Dipl.-Biol.

  • 05.01.2011 10:26:24 Uhr   Dirk Spannaus: Rückruf auf Knopfdruck

    Ich gebe Stefan vollkommen Recht.
    Wir leben in einem Zeitalter, in dem Rückrufaktionen auf Knopfdruck(!) möglich sind. Dazu muss erfasst werden, welche Zutat, welcher Charge in welche Folgeprodukte, welcher Charge wandert und weiterverarbeitet wird (je feiner das gelingt, desto weniger muss im Ernstfall vernichtet werden).

    Es geht nicht darum, künstlich Preise hochzuziehen oder nur noch Bio zu produzieren - wohl aber Produkte und Bestandteile sicher und in schnell nachverfolgen zu können. Ja das kostet Geld, aber wie teuer ist der Schaden jetzt? Plus das verlorene Vertrauen? Die Lösungen dazu findet man unter Suchworten wie "Traceability", "AutoID" und "Internet of Things". Oder noch besser "IT Food Trace" - gefördert vom Bundesministerium (http://www.itfoodtrace.de/). Es muss nur umgesetzt werden. Am Besten vor dem nächsten Skandal.

    Lieber Autor, sollen jetzt etwa alle einfach den Kopf in den Sand stecken? Bitte ja nichts regulieren? Ich kann Stefan nur zustimmen: 12 Tage Reaktionszeit sind mitnichten schnell genug wenn es um Lebensmittel geht.

  • 05.01.2011 03:26:04 Uhr   Romeo: Tierfutter und Chemieprodukte nebeneinander

    Der Lieferant Harles & Jentzsch produziert sowohl Futtermittel für Tiere als auch Chemische Podukte für die Industrie.
    Das es dabei zu Verwechslungen und Beimischungen kommen muss ist eigentlich schon vorprogrammiert.
    ("hey, lass uns mal 10% von der Industriesuppe in das Tierfutter mischen, dass bringt uns 5000 Euro Plus")
    Harles & Jentzsch war dabei voll bewusst, dass insbesondere Dioxin ein Risiko darstellt, denn wie man auf deren Webseite in einem PDF-Dokument lesen kann (www.hajenol.de/Harles/Produkte_Agrar_files/10590_HJ_30LP_pos.pdf) gibt es einen oberen Grenzwert von 0,75ng/kg.

    Es müsste verboten werden Agrar-Produkte und chem. Produkte auf den gleichen Anlagen zu erzeugen; ich finde das haarsträubend, dass es so etwas gibt.

  • 04.01.2011 19:37:00 Uhr   Stefan : Das Kontrollsystem funktioniert keinesfalls g...

    Hallo? Schreiben Sie von dem gleichen Dioxin Vorfall, von dem alle anderen auf FTD.de publizierten Artikel handeln?

    Der Futtermittelbetrieb hat am 23. Dezember selber die erhöhten Dioxinwerte festgestellt und dann die Behörden benachrichtigt.
    Inzwischen sollen ca 120.000 Eier allein von einem Betrieb in den Handel gelangt sein, in dem "vorsorglich" 8000 Hühner not-geschlachtet worden sind.

    Heute, 12 (!) Tage nach der Dioxin-Entdeckung, werden die ersten Chargen-Nummern veröffentlicht, damit der Verbraucher evt gekaufte belastet Eier selber aussortieren kann.

    In welcher Welt leben Sie, in der 12 Tage von der Entdeckung des Gifts bis zur Kommunikation von Chargen-Nummern an der Bevölkerung eine akzeptable Zeitspanne darstellt?

    In welchen Handelsketten wurden belastete Produkte verkauft? Ab welchem Zeitpunkt begann die Gefahr durch verkaufte Lebensmittel?
    12 Tage sind viel zu lang!! Wichtige Fragen sind nicht beantwortet. Auch nicht mit Teilantworten.

  • 04.01.2011 18:47:48 Uhr   Tom Woelfel: EIGENKONTROLLE _EINES_ BETRIEBES

    Und sogar _nach_ der Selbstanzeige des Futtermittelbetriebes (Bitte Bundesverdienstkreuz an den Eigner !) hat die zuständige Behörde NICHTS unternommen.

    Im Gegenteil - es wurde _massiv_ abgewiegelt und erst _nachdem_ ANDERE Bundesländer das Spiel NICHT mitmachen wollten, wurden Proben in Niedersachsen untersucht. Sogar diese Ergebnis mit den überhöhten Dioxinwerten wurdem immer noch als "unbedenklich" eingestuft.

    In den vergangenen zwei Wochen habe ich mindestens 10 Mal bei LAVES angerufen, um zu eruieren, ob die Eier die bei mir im Kühlschrank stehen, belastet sind - KEINER SAGT ODER WEISS ETWAS !

    In der Zwischenzeit ist der Grossteil der belasteten Eier verzehrt und die Krebsfälle werden eintreten (wie der Pressesprecher des Landwirtschaftsmninisteriums in Niedersachsen treffend formuliert "keine unmittelbaren Auswirkungen".)

    Wie man unter dem Eindruck dieser Ereignsse der Meinung sein kann, es hätte alles funktioniert, erschliesst sich mir nicht - im Gegenteil: Wenn die Verseuchung von Futtermitteln wie berichtet über einen längeren Zeitraum gelaufen ist, dann muss man sich ernsthaft fragen, warum das den zuständigen Behörden nicht aufgefallen ist.

    Weiter wir suggeriert, es gäbe "die schärfsten Gesetze und dichtesten Kontrollen", die nur durch kriminelle Energie zu umgehen sind. Auch das ist eine gewagte Behauptung.

  • 04.01.2011 17:11:01 Uhr   kikolini: Nicht mal die Grammatik stimmt...

    "Dummheit, Fahrlässigkeit und kriminelles Handeln können nunmal auch selbst die schärfsten Gesetze und dichtesten Kontrollen nicht völlig verhindern." Bei anderen vermeintlichen Gefahrenbereichen wie beispielsweise Terrorismus werden bis zur Besinnungslosigkeit gesetzliche Regelungen für die abwegigsten Szenarien getroffen, aber bei diesem Thema wollen uns nun die FTD Redakteure einreden, schärfere Gesetze und dichtere Kontrollen seien die falsche Reaktion. Und dann auch noch eine Überschrift, bei der nicht einmal die Grammatik stimmt. Inhalt und Verpackung sind hier genauso toxisch wie die Hühnereier, die uns die FTD da verkaufen will...

  • 04.01.2011 16:59:58 Uhr   Jochen Müller: Das war eine *interne* Kontrolle!

    Meines Wissens hat der Betrieb die Verunreinigung selber bei einer eigenen Kontrolle festgestellt und den Behörden gemeldet. Wie kann man da von einer funktionierenden Kontrollkette sprechen?? Unfassbar. Der Betrieb hätte das Ergebnis genauso gut für sich behalten können, und die Behörden hätten nichts unternommen...!

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