Kein Zweifel über Kauders FähigkeitenEs war eine Vorbereitung für das neue Amt. Er wird noch mehr als bisher die eigenen Leute zusammenhalten müssen, zwischen CDU und CSU vermitteln. Dass Kauder das kann, daran hat in der Union kaum einer Zweifel. Kauder sprach am Mittwoch mehrfach von der neuen großen Herausforderung. Für ihn besteht sie nicht nur darin, die Partei in die anstehenden Landtagswahlkämpfe zu führen. Es ist auch eine persönliche Herausforderung, vom einflussreichen, aber außerhalb der politischen Szene wenig beachteten Fraktionsposten ins öffentlichkeitswirksame Amt im Adenauerhaus zu wechseln.
Profiliert hat sich der Jurist Kauder nach seinem Einzug in den Bundestag 1990 im Arbeits- und Sozialausschuss. Inzwischen ist er ein Allrounder, der zu fast jedem Fachgebiet etwas sagen kann. Dass ihm Meyers Nachfolge angetragen wurde, ist nur folgerichtig. Aber er hinterlässt eine Lücke in seinem bisherigen Amt. Die Personaldecke ist dünn geworden in der Union. Vorerst muss Kauder mit den Anforderungen an beide Funktionen jonglieren.
Warum er doch in der Politik gelandet ist und nicht beim Zirkus, sagt Kauder auch auf seiner Homepage
www.volker-kauder.de. Er wolle bewegen und gestalten, Dinge voranbringen. Und nicht allein das Publikum unterhalten. Da muss er noch ein bisschen vom Vorgänger lernen.