Ex-Siemens-Chef Heinrich von Pierer zieht es in die Politik
Die Berufung bestätigte CDU-Sprecher Claus Zemke FTD Online. Am Dienstag wird die CDU von Pierer in einer Pressekonferenz vorstellen.
Der frühere Konzernchef sagte, er wolle "Bremsen lösen" und "Kräfte entfesseln". In Deutschland steckten ungeheure Potenziale, sagte Pierer der "Bild"-Zeitung, um sein Engagement für die CDU-Vorsitzende zu erklären. Er wolle Merkel "gern dabei unterstützen, dass Deutschland diese Chancen nutzt". Für mehr Beschäftigung sei Wachstum nötig, und dafür brauche es Innovationen.
Die "Bild"-Zeitung berichtete weiter, von Pierer werde wirtschaftspolitischer Chefberater einer künftigen Bundeskanzlerin Merkel. Der Ex-Siemens-Chef habe bereits zugesagt. Der 64-Jährige, derzeit Vorsitzender des Siemens-Aufsichtsrats, war bereits als Mitglied von Merkels Wahlkampfmannschaft im Gespräch gewesen, soll das aber abgelehnt haben. Nun soll er einen zehnköpfigen Rat für Innovation und Wachstum leiten. Auch Siemens-Sprecher Michael Scheuer bestätigte den Bericht.
Expertengremium für Wirtschaft soll CDU beraten
Das Gremium soll mit hochrangigen Managern und renommierten Wissenschaftlern besetzt sein und Merkel vor allem in Fragen der Außenwirtschaft beraten. Dabei werde es unter anderem um die Vermarktungsmöglichkeiten für deutsche Erfindungen gehen. Der Rat solle eng mit Annette Schavan und Peter Müller zusammenarbeiten, die in Merkels Team für Forschung sowie Wirtschaft und Arbeit stehen.
Einen ähnlichen Rat hatte auch Bundeskanzler Gerhard Schröder nach seinem Wahlsieg 1998 ins Leben gerufen. Diesem Rat für Forschung, Technologie und Innovation, der später keine große Bedeutung gewann, gehörte von Pierer ebenfalls an. Die Union hatte in der Vergangenheit mehrmals kritisiert, die Regierung Schröder habe zu viele Kommissionen eingesetzt und damit den Bundestag entmachtet.
Wirtschaftsmann mit großer politischer Erfahrung
Heinrich von Pierer war bereits im Vorfeld des Wahlkampfes als ein möglicher Kandidat für ein Merkel-Kabinett gehandelt worden, um der möglichen Kanzlerin die Denkweise von Unternehmen nahe zu bringen. Er verfügt über langjährige politische Erfahrung in der CSU und hat auch die jetzige Bundesregierung mehrfach in Fragen der Wirtschaft beraten. Als Vorsitzender des Asien-Pazifik-Ausschusses des Bundesverbandes der Deutschen Industrie (BDI) repräsentiert von Pierer die deutsche Industrie in den asiatischen Ländern.
Bis heute steht CDU-Chefin Merkel in dem Ruf, Wirtschaft mehr aus abstrakter Analyse denn aus eigener praktischer Erfahrung zu kennen. Darum könnte von Pierer der Kanzlerkandidatin als Türöffner dienen.
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