Birgit Homburger ist ungeduldig
Homburger geht das viel zu langsam: Sie plädiert dafür, die unkomplizierten, bereits mit den Ländern abgestimmten Steuervereinfachungen vorzuziehen und möglichst noch dieses Jahr in einen Gesetzentwurf zu gießen. Die erwarteten Einnahmeausfällen könnten ebenfalls noch im laufenden Beratungsverfahren für den Bundeshaushalt 2011 berücksichtigt werden. "Es muss jetzt endlich erkennbar werden, dass die Vereinfachung des Steuersystems ein wichtiges Anliegen dieser Koalition ist", sagte sie. Das Mindeste, was Schäuble vorlegen solle, seien die Eckpunkte der Reform - doch auch dies will der Minister bisher nicht.
Bisher ist lediglich bekannt, dass die Koalition vor allem das Verfahren der jährlichen Steuererklärung vereinfachen will. So sollen die Finanzämter nach den Vorstellungen der Koalition künftig allen Steuerzahlern bereits vorausgefüllte Steuererklärungen zuschicken, die diese im einfachsten Fall nur noch unterschreiben und zurückschicken müssten.
Vor umfangreichen Pauschalierungen in der Steuererklärungen, mit denen der Einzelnachweis von Kosten wegfallen würde, schreckt insbesondere Schäuble hingegen zurück, da sie die Reform verteuern und zu erheblichen Einnahmeausfällen für den Staat führen würden. Insgesamt soll die Reform den Staat nur etwa 500 Mio. Euro an Steuereinnahmen kosten, was den Spielraum für echte Vereinfachungen wiederum stark einschränkt.