Vorwurf der Vorteilsnahme:Staatsanwaltschaft prüft Audi-Auslieferung an die Wulffs
Erst Mitte 2012 sollte Bettina Wulffs neuer Audi Q3 ausgeliefert werden. Einem Pressebericht zufolge soll die Frau des Bundespräsidenten schon im Sommer einen Q3 gefahren haben - und das angeblich einige Monate lang kostenlos. Wulffs Anwalt weist die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zurück.
Die Staatsanwaltschaft Berlin prüft, ob Bundespräsident Christian Wulff sich im Zusammenhang mit der Nutzung eines Autos der Vorteilsnahme schuldig gemacht haben könnte. "Es findet bei uns im Hause eine Vorprüfung statt, ob strafbares Verhalten vorliegt", sagte Oberstaatsanwältin Simone Herbeth der "Frankfurter Rundschau". Es gehe dabei um einen Audi Q3, der von den Wulffs genutzt wurde.
Das Ehepaar Wulff hatte den Wagen dem Bericht zufolge vom Berliner Audi-Zentrum 2011 zu ungewöhnlichen Bedingungen bereitgestellt bekommen. "Die rechtliche Prüfung ist von uns aus eingeleitet worden", sagte Herbeth der Zeitung. Es lägen der Berliner Staatsanwaltschaft dazu keine Anzeigen vor.
Dem Bericht zufolge durften die Wulffs schon ab Sommer 2011 offenbar kostenlos den Wagen fahren - Monate vor der Markteinführung des Modells. Der Wagen sei dem Autohaus überraschend geliefert worden, und zwar auf Anweisung der Audi AG und mit dem Hinweis, der Wagen werde von den Wulffs abgeholt.
Wulffs Anwalt hatte laut dem Bericht erklärt, Bettina Wulff habe einen Audi Q3 bestellt, der Mitte dieses Jahres ausgeliefert werden solle. Seit 22. Dezember 2011 habe Audi ihr einen Wagen gleichen Fahrzeugtyps aus dem eigenen Fahrzeugpark zur Verfügung gestellt. Für die Anmietung zahle sie monatlich 850 Euro. Damit sei aber nicht die monatelange kostenlose Nutzung des ersten Audi Q3 seit Sommer 2011 geklärt, berichtete die Zeitung.
Audi gehört zum Volkswagen-Konzern. In dessen Aufsichtsrat vertrat Wulff als niedersächsischer Ministerpräsident das Land Niedersachsen, das Großaktionär des Wolfsburger Autokonzerns ist.
Wulffs Anwalt wies die Vorwürfe wegen einer angeblich kostenlosen Nutzung zurück. "Das Ehepaar Wulff fuhr im Sommer 2011 keinen Audi Q3", teilte Wulffs Anwalt Gernot Lehr am Donnerstag mit.
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