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Merken   Drucken   14.09.2009, 20:08 Schriftgröße: AAA

Wahlempfehlung: Boni sind Nebensache  

Die nächste Bundesregierung muss für eine bessere Bankenregulierung eintreten. Es wird nicht reichen, sich nur um Symbole zu kümmern. von Stefan Kaiser
Es ist schon merkwürdig: Ein Jahr nachdem die Welt am Abgrund stand, weil die Finanzmärkte außer Kontrolle geraten waren, findet in Deutschland eine Bundestagswahl statt. Und was sind die großen Wahlkampfthemen? Atomkraft, Steuern, Afghanistan. Allenfalls das Thema Banker-Boni ist eines, das erst diese Krise auf die politische Agenda gesetzt hat.
Eigentlich sollte die Frage, wie man Finanzmärkte künftig besser reguliert, in diesem Wahlkampf eine viel größere Rolle spielen. Schließlich haben unzureichende Regeln zu dem wirtschaftlichen Desaster beigetragen, mit dem das Land seit einem Jahr kämpft. Dass das Thema in der öffentlichen Debatte trotzdem wenig präsent ist, hat zwei Gründe: Erstens ist es komplex. Über die hohen Bonuszahlungen für Banker kann man ja noch prima schimpfen. Doch mit Eigenkapitalregeln und Ratingagenturen lässt sich kein Marktplatz in Wallung bringen. Zweitens ist das Thema Regulierung in vielen Punkten ein internationales. Die meisten der gehandelten Vorschläge wirken nur dann, wenn sie in allen großen Finanzzentren umgesetzt werden.
Dennoch ist die deutsche Politik gefragt. Die alte Bundesregierung hat in der Krisenbekämpfung ordentliche Arbeit geleistet. Die neue Regierung muss nun dafür sorgen, dass sich eine solche Krise nicht wiederholt. Dazu muss sie sich für eine bessere Regulierung einsetzen - national, in Europa und global.
Es geht dabei nicht zwangsläufig um mehr Staat, sondern vor allem um effizientere Regeln, die die rohen Kräfte des freien Finanzmarkts in die richtige Richtung lenken. Die Märkte sollten so frei wie möglich bleiben. Denn nur ein grundsätzlich freier Finanzmarkt kann die richtigen Anreize und Preissignale setzen und die Unternehmen ausreichend mit Geld versorgen.

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