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Merken   Drucken   12.01.2007, 07:00 Schriftgröße: AAA

Wenn Arbeit arm macht  

5,80 Euro für die Sicherheit am Flughafen, 2 Euro für die Reinigung eines Hotelzimmers. Mehr als sechs Millionen Menschen sind in Deutschland im so genannten Niedriglohnbereich beschäftigt - und arbeiten, ohne davon leben zu können. von Susanne Amann
Überall gebraucht, trotzdem schlecht bezahlt: Putzfrauen und ...   Überall gebraucht, trotzdem schlecht bezahlt: Putzfrauen und Reinigungskräfte
Franz Müntefering ist bekannt dafür, nicht viele Worte zu machen. Und mit kurzen Sätzen zu sagen, was Sache ist. "Löhne von 3,18 Euro sind sittenwidrig, das sollte nicht so sein." So kündigte der Vize-Kanzler und SPD-Arbeitsminister am Donnerstag an, im nächsten Koalitionsausschuss das Thema Mindestlohn wieder anzusprechen. Und kürzer kann man die Debatte um Dumpingpreise und Niedriglöhne wohl nicht zusammenfassen.
Tatsächlich gib es in 18 EU-Ländern einen gesetzlichen Mindestlohn. Neben Deutschland verzichten nur Dänemark, Finnland, Italien, Österreich, Schweden und Zypern auf eine solche Regelung. Selbst in den USA wurde der gesetzliche Mindestlohn kürzlich deutlich erhöht.
Tatsächlich arbeiten inzwischen nach Angaben des Instituts für Arbeit und Technik in Gelsenkirchen (IAT) rund 21 Prozent aller Beschäftigten in Deutschland im Niedriglohnbereich, das sind mehr als sechs Millionen Menschen. Vor allem seit Mitte der 90er-Jahre nehme der Anteil der gering Beschäftigten in Deutschland zu, heißt es beim IAT.
"Löhne, mit denen Sie keine Familie ernähren können"
Wie das in der Praxis aussieht kann man vor allem im Dienstleistungssektor sehen. "Im Sicherheitsgewerbe, bei Call-Centern, im Reinigungs- und Gesundheitsbereich oder im so genannten Facility-Management werden Löhne gezahlt, mit der Sie keine Familie ernähren und keine Miete bezahlen können", sagt Cornelia Haß von der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi.

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