Sabine Leutheusser-Schnarrenberger hält ein Bündnis mit der SPD für möglich
In den Ländern hätten die Liberalen "immer auch mit anderen Parteien als der Union koaliert". Jetzt müsse analysiert werden, was die Veränderungen im Parteiensystem für die FDP bedeuteten. "Scheuklappen helfen da nicht", sagte die Bundesjustizministerin.
Leutheusser-Schnarrenberger zeigte Sympathie für Peer Steinbrück als SPD-Kanzlerkandidat. Der frühere Finanzminister sei dabei, seine Chancen auszuloten. "Und die Umfragen zeigen, dass Steinbrück bei den Bürgern Wertschätzung genießt. Das sollte man nicht unterschätzen", sagte die Ministerin.
Schnittmengen bei Außen- und Verteidigungspolitik
Die FDP sei ein verlässlicher Koalitionspartner, sagte sie. "Aber Fakt ist: Das Parteienspektrum verändert sich." Die Parteien änderten ihre Positionen. Bis auf die Linkspartei orientierten sich inzwischen alle an der Mitte. Schnittmengen zwischen SPD und FDP gebe es in der Außen- und Verteidigungspolitik. "Die SPD wird kein Interesse daran haben, als Juniorpartner der Grünen zu enden."
Die Klausurtagung soll nach dem Willen der stellvertretenden Parteivorsitzenden auch zur Schärfung des liberalen Profils beitragen. Die FDP sei "keine Ein-Themen-Partei", sagte sie. "Steuern sind nur ein Thema. Die FDP setzt sich auch für die Absenkung der Sozialversicherungsbeiträge ein." Außerdem arbeite die Partei an Lösungen für den Fachkräftemangel und engagiere sich für eine "rationale Integrationspolitik".