Die deutsche Werkzeugmaschinenindustrie erwartet in diesem Jahr einen Produktionseinbruch um 40 Prozent. Nach einem fünf Jahre währenden Hoch mit Rekordumsätzen von rund 14,2 Mrd. Euro im Jahr 2008 werde die Branche auf das Niveau von 1999 zurückfallen, teilte der Verein Deutscher Werkzeugmaschinenfabriken (VDW) am Donnerstag in Frankfurt mit.
Ende 2008 hatte der Verband noch ein Minus von 15 Prozent prognostiziert. Nach dem Boom der vergangenen Jahre, in dem die Abnehmerindustrien ihre Produktionskapazitäten stark erweitert hätten, sei diese Nachfrageblase im Zuge der Finanzkrise geplatzt, sagte der VDW-Vorsitzende Carl Martin Welcker.
Er warnte vor Liquiditätsrisiken gerade für mittlere und kleine Unternehmen der Branche und ihre Kunden. Ihnen müssten Kredite zu "erschwinglichen Konditionen" zur Verfügung gestellt werden. Die Unternehmen bemühten sich, mit Hilfe der Kurzarbeit ihre Stammbelegschaften von insgesamt 72.000 Menschen zu halten.
Vor allem von der Autoindustrie abhängig
Der Werkzeugmaschinenbau nehme eine Schlüsselrolle in zahlreichen Industriezweigen ein und werde bei einem Aufschwung schnell profitieren, sagte der Verbandschef. Zu fast einem Drittel ist sie von der Autoindustrie abhängig.
Am ehesten sei zu erwarten, dass die Schwellenländer Asiens und Südamerikas mit ihrem hohen Bedarf an Produktionstechnik auf den Wachstumspfad zurückkehren. Gute Chancen böten auch weniger konjunkturabhängige Abnehmerbranchen wie Medizin- und Energietechnik sowie der Schienenfahrzeugbau.