Das Verhalten der Unternehmen wie Mastercard oder Amazon bei der Verfolgung Wikileaks sieht Ahrendt ebenfalls kritisch. "Die Unternehmen würden zu Handlangern der US-Regierung, wenn sie Wikileaks die Zusammenarbeit aufkündigten." Das Kreditkartenunternehmen Mastercard hatte Zahlungen an die Enthüllungsplattform gesperrt, mit der Begründung, dies sei die Regel bei Unternehmen, die "illegale Handlungen direkt oder indirekt unterstützen oder erleichtern". Zuvor hatte bereits das Internetbezahlsystem Paypal Zahlungen an Wikileaks gesperrt.
Ahrendt stellte klar, dass das "Gesetz zur Stärkung der Pressefreiheit", das gerade in der parlamentarischen Abstimmung ist, einen deutschen Wikileaks-Fall besser schützen würde. "Wegen Beihilfe zum Geheimnisverrat könnte ein deutscher Internetenthüller nicht mehr belangt werden." Nach dem neuen Gesetz macht sich kein Journalist mehr strafbar, wenn er lediglich ihm zugespieltes Material veröffentlicht. Genau das habe Assange gemacht.
Das Gesetz zur Stärkung der Pressefreiheit, das nächsten Februar im Bundestag verabschiedet wird, soll Journalisten besser vor dem Zugriff der Staatsanwaltschaft schützen. Ermittlungen wegen Beihilfe zum Geheimnisverrat sollen künftig bei Medienvertretern nicht mehr möglich sein. Es verschärft zudem die Regelungen zur Beschlagnahme.