Wer hat wem das Denken abgewöhnt? Hier das Beispiel der Einkommenssteuerlüge.
Ich tauche gerade aus der Einkommenssteuertabelle auf und muss konstatieren, dass die CDU und FDP Wähler mit Chuzpe über den Tisch gezogen wurden. Fakten:
Wer hätte nicht gerne Freibier. Westerwelle hat beim Thema Steuersenkungen alle Propaganda-Register gezogen: „Dass 52 Prozent vom normalen Arbeitseinkommen mittlerweile an den Staat gehen, halten wir für ungerecht.“ „Von einem durchschnittlichen Arbeitseinkommen nimmt der Staat durch Steuern und Abgaben mehr als die Hälfte”, dieser Satz fehlte in keiner seiner Wahlkampfreden.
Was sagt die Steuertabelle? Der Spitzensatz der Lohn- oder Einkommensteuer von 42 Prozent greife schon bei einem zu versteuernden Einkommen 52.552 Euro, und man tut gerade so, als handle es sich dabei um ein Monatsbruttoeinkommen von 4.380 Euro. 42 Prozent Lohnsteuer, das wäre ein monatliches „Netto vom Brutto“ von 2.540 Euro. 1.840 Euro vom Brutto kassiert der Staat.
Ein Blick genügt. Die Parole aus dem Taka-Tuka-Land wird als Lüge entlarvt. Schaut man einmal in die Steuertabelle so liegt die Durchschnittsbelastung bei einem Lohn eines alleinstehenden Beziehers eines Einkommens von 50.000 Euro allerdings bei jährlich 12.950 Euro oder bei monatlich 1.080 Euro. So viel „kassiert“ der Staat vom Brutto. Das sind aber bei weitem nicht 42 Prozent sondern 25,9 Prozent durchschnittliche Steuerbelastung. Bei Verheirateten sind es nach Splittingtabelle sogar nur noch 16,7 Prozent.
Selbst bei einem Alleinverdiener mit 120.000 Euro zu versteuerndem Einkommen ist die Durchschnittsbelastung bei weitem noch nicht beim Spitzensteuersatz von 42 Prozent, sondern erst bei 35,3 Prozent angekommen. Laut Splittingtabelle liegt bei 120.000 Euro zu versteuerndem Einkommen die Durchschnittsbelastung bei 28,6 Prozent.
Wer hat das Denken abgegeben, wir doch im real existierenden Kapitalismus!