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Merken   Drucken   07.02.2010, 15:22 Schriftgröße: AAA

Zentralrat der Juden: Knobloch gibt Amt an Jüngeren ab  

Die Vorsitzende macht den Weg frei: Charlotte Knobloch wird nicht für eine zweite Amtszeit kandidieren. Damit dürfte ab Herbst erstmals ein Jude den Zentralrat leiten, der die Schoah nicht mehr miterlebt hat von Gerhard Kneier
Dieter Graumann und Charlotte Knobloch   Dieter Graumann und Charlotte Knobloch
Der Zentralrat der Juden in Deutschland steht vor einem Führungs- und zugleich Generationswechsel. Die 77-jährige Präsidentin Charlotte Knobloch kündigte am Sonntag vor den Spitzengremien der Organisation in Frankfurt am Main ihren Verzicht auf eine weitere Amtszeit an. Als Favorit für ihre Nachfolge bei der Neuwahl im Herbst gilt der bisherige Vizepräsident Dieter Graumann. Der 59-Jährige wäre der erste Spitzenrepräsentant der mehr als 100.000 Juden in Deutschland, der den Holocaust nicht mehr selbst miterlebt hat.
Nach den Spekulationen der letzten Tage über einen Verzicht Knoblochs schuf die seit 2006 amtierende Präsidentin am Sonntag Klarheit über ihre Pläne: Auf einer gemeinsamen Sitzung von Direktorium und Präsidium des Zentralrats am Frankfurter Flughafen gab sie bekannt, dass sie ihre bis November gehende Amtszeit noch zu Ende führt, dann aber nicht noch einmal kandidiert. Das Präsidium und auch das 34-köpfige Direktorium sprachen Knobloch "das volle und uneingeschränkte Vertrauen aus", heißt es in einer von der amtierenden Präsidentin vor Journalisten verlesenen Erklärung.
Dabei wurde sie von Graumann und dem anderen Vizepräsidenten Salomon Korn flankiert, die aber keinerlei Erklärung abgeben wollten. Es herrsche Übereinstimmung, dass die Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland ihr Amt bis zum Ende der Wahlperiode ausüben werde, heißt es weiter in der Erklärung. Knobloch verlas sie vor der Presse, ohne Fragen zuzulassen. Sie habe gesagt, dass sie für eine weitere Wahlperiode nicht mehr zur Verfügung stehe.

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