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Merken   Drucken   19.08.2010, 10:26 Schriftgröße: AAA

Zinsen: Die Anleger-Herde rennt wieder  

Leitartikel Die niedrigen Zinsen für Bundesanleihen sind ein Krisensignal. Die Investoren erwarten Rezession und Deflation. Doch auch wenn sie sich irren, kann es brenzlig werden.
Wolfgang Schäuble könnte sich freuen. Wenn Deutschland immer weniger Zinsen für seine Schulden zahlen muss, behält der Finanzminister mehr Geld in der Kasse. Doch womöglich weiß auch Schäuble, dass das, was derzeit am Rentenmarkt passiert, eigentlich kein Grund zur Freude ist, sondern vielmehr ein deutliches Krisenzeichen.
Wie im Wahn stürzen sich die Anleger auf vermeintlich sichere Papiere - wie amerikanische und deutsche Staatsanleihen - und treiben damit die Zinsen nach unten. Dahinter steckt eine düstere Erwartungshaltung: Wer sich mit weniger als drei Prozent für 30-jährige Bundesanleihen zufriedengibt, der rechnet weder mit einem Aufschwung noch mit irgendeiner Inflation, sondern mit Rezession und Deflation. Sonst würde er sein Geld in riskantere Anlagen stecken, die in normalen Zeiten deutlich mehr Rendite bringen.

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  • Aus der FTD vom 19.08.2010
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Kommentare
  • 19.08.2010 19:54:58 Uhr   Romeo: dumme Anleger

    Gibt es etwas Dümmeres als gerade jetzt zu niedrigsten Zinsen Staatsanleihen mit 10 Jahren (oder mehr) Laufzeit zu kaufen?
    Steigen die Zinsen, dann fallen die Kurse weil dann niemand mehr diese Niedrigzinspapiere haben möchte.
    Dann muss man entweder mit Verlust verkaufen oder tatsächlich die volle Zeit bis zur Rückzahlung aussitzen.
    Innerhalb den nächsten 10 Jahren wird es *garantiert* zu einem Inflationsschub kommen.
    Das heisst dann wer die Papiere über die volle Laufzeit behält macht ebenfalls einen dicken Verlust.
    Ausserdem hängt immer das Damoklesschwert eines Staatsbankrotts über der Anleihe.
    Man sieht also es ist in jedem Falle ein Verlustgeschäft.
    Und das nur wegen weil eine Staatsanleihe etwa 1,5% mehr Zinsen als ein Tagesgeldkonto bringt?

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