Eine Träne im Auge: Gerhard Schröder nimmt Abschied von seiner SPD-Fraktion
Schröder will sich nach seinem für Mittwoch angekündigten endgültigen Ausscheiden aus der aktiven Politik wieder als Anwalt betätigen. Der künftige Vize-Kanzler Franz Müntefering hatte für Schröder als Geschenk einige Erinnerungsstücke aus dem Bundestag mitgebracht, die er - wie Müntefering freimütig gestand - im Laufe der Zeit "so nebenbei" hatte mitgehen lassen: nämlich drei gekennzeichnete Parlaments-Stimmkarten, eine von Willy Brandt sowie je eine von Schröder und ihm selbst.
Was die berufliche Zukunft Schröders angeht, ließ eine Bemerkung seiner langjährigen Büroleiterin Sigrid Krampitz aufhorchen. Schröder sei "ein toller Chef" gewesen, sagte sie. Deshalb begleite sie ihn gern auch auf seiner nächsten Station - als Leiterin seines Berliner Alt-Kanzler-Büros. "Und vielleicht auch auf der übernächsten Station", fügte die enge Kanzler-Vertraute vielsagend hinzu. Worum es sich dabei handeln könnte, verriet die als besonders schweigsam geltende Büroleiterin aber nicht.
In seiner Dankesrede vor vielen langjährigen Weggefährten nannte Schröder seine Regierungszeit "sieben Jahre, die sich sehen lassen können". Trotz aller Fehler sei eine Menge erreicht worden. Dem neuen SPD-Vorsitzenden Matthias Platzeck wünschte Schröder viel Freude bei der Umsetzung seiner Ankündigung, "einen streitfreien Stil in der SPD" einzuführen. Ebenso wie Schröder sagte Müntefering, die SPD habe in den vergangenen sieben Jahren ihre Regierungsfähigkeit endgültig unter Beweis gestellt: "Dieses Land gehört nicht uns, aber auch nicht den Konservativen, die sich manchmal als geboren zum Regieren betrachten", betonte Müntefering.