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Merken   Drucken   14.08.2005, 20:50 Schriftgröße: AAA

121 Tote bei Flugzeugabsturz  

Ein zyprisches Passagierflugzeug mit 121 Menschen an Bord ist unter rätselhaften Umständen in den Bergen nördlich von Athen zerschellt. Nach Angaben des griechischen Fernsehens hat keiner der Insassen die Katastrophe überlebt. Spezialkräfte bergen die Leichen.
Rettungsarbeiten bei der abgestürzten Maschine in der Nähe der ...   Rettungsarbeiten bei der abgestürzten Maschine in der Nähe der griechischen Küstenstadt Grammatiko
Nach übereinstimmenden Berichten der griechischen und zyprischen Medien wird die Katastrophe auf einen Ausfall der Sauerstoffversorgung und der Klimaanlage zurückgeführt. Bereits am Nachmittag wurden die Flugschreiber der Unglücksmaschine gefunden, wie das staatliche griechische Fernsehen berichtete. Der Sprecher des zyprischen Präsidenten Tassos Papadopoulos, Marios Karojan, sagte im Fernsehen Zyperns: "Bei allen uns vorliegenden Fakten, handelt es sich nicht um einen Terroranschlag." Die zyprische Regierung rief eine dreitägige Staatstrauer aus. Sie beginnt am Montag. Dabei sollen alle Fahnen auf öffentlichen Gebäuden auf Halbmast wehen, teilten die Behörden Zyperns mit. Die Maschine war am Sonntagmorgen in Larnaka auf Zypern gestartet. 67 Passagiere sollten in Athen aussteigen. Weitere 48 Insassen sollten nach Prag weiterfliegen. Der Pilot der Boeing 737-300 stamme aus Deuschland, hieß es. Möglicherweise waren beide Piloten bewusstlos, als sich das Unglück um 12.20 Uhr (11:20 Uhr MESZ) nahe der Küstenstadt Grammatiko ereignete. "Überall sind Trümmer, der Rumpf ist total zerstört", sagte der Bürgermeister von Grammatiko an der Unfallstelle. "Das Flugzeugwrack stürzte in eine Schlucht. Nur das Heck ist noch zu erkennen." Verzweifelt hatten die Bewohner der Gegend nach Überlebenden gesucht. Funkkontakt abgebrochen Nachdem der Kontakt zu den Fluglotsen abgebrochen war ließ die griechische Luftwaffe zwei Kampfjets aufsteigen, um der Maschine zu helfen. Ein Radiosender berichtete, die Luftwaffenpiloten hätten vor dem Absturz in das Cockpit des Passagierflugzeugs sehen können. Die Piloten hätten sich nicht bewegt. Möglicherweise seien beide bewusstlos gewesen. Auf Funksignale habe das Cockpit nicht mehr reagiert. Der Cousin eines Passagiers sagte dem Sender Alpha, er habe kurz vor dem Absturz eine SMS erhalten. "Die Piloten sind bewusstlos", habe es darin geheißen. "Mein Cousin, ich sage lebe wohl. Wir erfrieren." Das griechische Fernsehen berichtete, zahlreiche Leichen seien in einem vereisten Zustand gefunden worden. "Viele Leichen sehen so aus, als ob man sie in einem Tiefkühlschrank gestellt hätte", sagte ein Reporter am Unglücksort. Dies verstärkte die Vermutung, dass die Maschine vor dem Absturz Probleme mit der Klimaanlage und dem Luftdruck-Ausgleichssystem hatte. Andere menschliche Überreste seien dagegen verkohlt und verstümmelt, hieß es. Beim Absturz hatte es Brände gegeben. Bis Sonntagabend waren rund 100 Leichen geborgen worden. Problem soll bekannt gewesen sein Medienberichten zufolge hatte es in den vergangenen Monaten wiederholt Probleme mit der Klimaanlage und dem Luftdruck-Ausgleichssystem der Unglücksmaschine gegeben. Reisende hatten der zyprischen Presse gesagt, dass im Oktober und Dezember vergangenen Jahres die Maschine, die jetzt abstürzte, erhebliche Probleme gehabt habe. Dabei seien wegen Schwierigkeiten mit der Klimaanlage und wegen Sauerstoffmangels mehrere Passagiere bewusstlos gewesen. Zudem gab es Berichte im griechischen Fernsehen, wonach Techniker von Helios angeblich gekündigt worden waren, weil sie sich weigerten, ein Flugtauglichkeitsdokument dieser Boeing zu unterschreiben. Ein Sprecher von Helios dementierte dies. Die Maschine sei erst vergangene Woche gewartet worden, sagte er. Helios Airways wurde 1999 als erste private Fluggesellschaft Zyperns gegründet. Sie unterhält eine Boeing-737-Flotte und bietet Flüge zwischen Zypern zahlreichen Städten in Europa an. FTD-Newsticker - die aktuelle Nachrichtenlage für Ihr Java-Handy.FTD Desktop-Alarm - Eilmeldungen schnell auf Ihren PC.FTD Bildschirmschoner - aktuelle Nachrichten und Aktienkurse direkt auf den PC.
  • FTD.de, 14.08.2005
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