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Merken   Drucken   18.10.2011, 21:25 Schriftgröße: AAA

"AAA"-Rating: Bedrohliche Zweifel an Frankreich

Leitartikel Die Ratingagagentur Moody's warnt, dass Paris seine Top-Bonitätsnote verlieren könnte. Damit könnte es eine der wichtigsten Stützen des Euro erwischen. Die Staatschefs müssen auf dem EU-Gipfel dringend handeln.
Erwischt es jetzt sogar eine der wichtigsten Stützen des Euro? Das Misstrauen der Investoren gegenüber Frankreich wächst, seit die Dexia Bank in Schieflage geraten ist und mit Staatsgarantien gerettet werden musste. Die Ratingagentur Moody's stellt Europas zweitgrößte Volkswirtschaft unter Beobachtung - ein weiteres Warnzeichen.
Fällt das Toprating für französische Staatsanleihen, ist der Rettungsschirm EFSF ziemlich durchlöchert. Nur die Spitzenbonität Frankreichs und Deutschlands garantiert den angeschlagenen Euro -Staaten breiten Schutz. Bei einer Herabstufung Frankreichs würde auch der französische Anteil an der EFSF sein Toprating verlieren - eine Belastung, die auch Deutschland schwer ausbalancieren könnte.
Aber mal halblang: Noch ist die Lage nicht so dramatisch, wie es erscheint. Frankreichs Schuldenquote ist kaum höher als die deutsche, die Wachstumsrate ebenfalls respektabel. Dass die Risikoprämien für französische Staatsanleihen nach der schlechten Moody's-Botschaft den höchsten Stand seit der Euro-Einführung erreichten, ist verkraftbar. Frankreichs zehnjährige Papiere rentieren derzeit mit rund drei Prozent und damit fast ein Prozent niedriger als vor einem halben Jahr - auch das hat das Land locker weggesteckt.
Doch Moody's stellt berechtigterweise die Was-wenn-Frage: Was passiert, wenn Frankreichs Banken demnächst rekapitalisiert werden müssen? Im Vergleich zu den deutschen Geldinstituten stehen die französischen fraglos schwächer da, und die Regierung Sarkozy müsste zwangsläufig Staatsmilliarden aufbringen. Deshalb dringt Sarkozy darauf, die in der EU diskutierte Bankenrekapitalisierung möglichst bis 2013 hinauszuschieben. Oder andernfalls eine EFSF-Finanzierung hinzubekommen, die den Pariser Staatshaushalt schonen und die französische Bankenrettung sozialisieren würde - auf Kosten der deutschen Freunde.
Das zeigt: Eine Zwangskapitalisierung der Banken ist kein Allheilmittel, sondern wirft neue Probleme auf. Müssen die französischen Geldinstitute ihre Risikovorsorge stärken, verschuldet sich der Staat. Verliert er sein Triple A, schwächt Frankreich die Rettungsbemühungen für Griechenland und andere notleidende Euro-Staaten. Der EU-Gipfel am Sonntag darf sich nicht im Kreis drehen.
  • Aus der FTD vom 19.10.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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Kommentare
  • 21.10.2011 18:13:57 Uhr   conforma: €uro / Frankreich / EU

    @ DPO,
    herrlich der Vergleich mit der Rolltreppe. Auch gab es mal einen Witz in der DDR - jetzt auf Frau Merkel gemünzt: Sie weist alle Schuhhändler an, dass die €uro-Bürger jetzt nur noch Schuhe kaufen können mit dem Hacken vorn, damit jeder merkt, dass es mit dem €uro doch bergauf geht.

  • 21.10.2011 18:07:12 Uhr   conforma: €uro / Frankreich / EU
  • 20.10.2011 17:10:52 Uhr   Literaturrecherge: Das Ende des Euro
  • 19.10.2011 20:39:10 Uhr   Sahra: Der Euro ist bald Geschichte
  • 19.10.2011 07:20:39 Uhr   DPO: Endphase
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