Heinz Christian Strache, Chef der rechtspopulistischen FPÖ
Straches Kopf wird rot, seine Stimme überschlägt sich: "Es gibt Hunderttausende, die kein Deutsch lernen, nicht arbeiten, nur abkassieren!" Und dann applaudieren sie: der Pensionär, die Kahlköpfe, die Mutter mit Kinderwagen, das Studentenpärchen.
Die Freiheitlichen, wie sie sich nennen, sie sind wieder da. Die Partei, die Ausländer von der Sozialversicherung ausschließen, eingebürgerten Zuwanderern die Staatsbürgerschaft bei fehlenden Deutschkenntnissen entziehen und Minarette und Kopftücher im öffentlichen Raum verbieten will.
Zur Jahrtausendwende haben sie schon einmal ganz Europa in Aufregung versetzt, als sie unter ihrem Frontmann Jörg Haider in die Regierung aufstiegen und die EU die politischen Beziehungen zu Österreich einfror. Dann fielen sie in der Wählergunst. Haider sprang ab und gründete seine eigene Partei, das Bündnis Zukunft Österreich (BZÖ). Die FPÖ stand vor dem Aus.
Jetzt feiert sie ihre Wiederauferstehung, mit alten Parolen und neuem Führer: Heinz-Christian Strache. Zwischen 17 und 20 Prozent verheißen ihr die Umfragen für die Parlamentswahlen am Sonntag. "Wir erleben gerade ein Déjà-vu", sagt der Politikberater Thomas Hofer. "Die FPÖ inszeniert sich wieder nach dem Haider-Rezept - mit Erfolg."
Sie machen es ihm aber auch leicht, die "Systemparteien", wie sie Strache nennt. Die Große Koalition hat sich Ende Juni nach 18 Monaten Selbstzerfleischung aufgelöst und Neuwahlen ausgerufen. Seither lassen Sozial- und Christdemokraten keine Gelegenheit aus, dem einstigen Partner zu schaden. Ergebnis: Beide Volksparteien liegen in den Umfragen unter 30 Prozent. Bleibt es so, kommen sie bei der Regierungsbildung kaum an der FPÖ vorbei. "Eine weitere Große Koalition kann man dem Wähler nach diesem Wahlkampf kaum verkaufen, wenn es eine andere rechnerische Lösung gibt", sagt der Politikwissenschaftler Peter Filzmaier. Nur 15 Prozent aller Österreicher wünschen sich noch einmal Rot-Schwarz.