Am EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso geht die Finanzkrise vorbei
Doch Barroso hat sich bisher kaum als entschlossener Krisenbekämpfer profiliert. Im Gegenteil: Während Angela Merkel,
Gordon Brown und
Nicolas Sarkozy ein Rettungspaket nach dem anderen schnüren, geht der Kommissionspräsident im Krisentrubel vollkommen unter. Lange konnte er unter den EU-Regierungen nicht einmal Konsens für ein EU-Konjunkturprogramm von 5 Mrd. Euro herstellen - Peanuts, verglichen mit den nationalen Paketen.
Jean-Pierre Jouyet, der als Frankreichs Europaminister aufs Engste mit Barroso zusammengearbeitet hat, geißelt das Krisenmanagement der Kommission. Sie habe bei den Bankenrettungen "eine dogmatische Haltung" eingenommen, ihre Reaktionen und Vorschläge zur Krise seien immer zu spät gekommen. Und so wie Jouyet denken viele europäische Regierungen.
Da helfen Barroso auch seine Verweise auf andere Erfolge seiner Amtszeit nicht - etwa die ehrgeizigen Vorschläge zum tiefgreifenden Umbau der Energiewirtschaft, zum Klimaschutz, die beschlossene Absenkung der Roaming-Gebühren, die Stärkung von Verbraucherrechten.