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31.01.2010, 08:00
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Deutsch-italienisches Duell um den Thron der EZB
Schon zwei Jahre vor dem Abtreten von EZB-Chef Jean-Claude Trichet beginnt der Zweikampf um seine Nachfolge: Deutschland gegen Italien; Axel Weber gegen Mario Draghi. Der Italiener hat den besseren Ruf, Weber die besseren Chancen.
von Mark Schrörs Frankfurt,
Wolfgang Proissl
und Peter Ehrlich Brüssel
Axel Weber weiß sofort, was zu sagen ist. Keine Sekunde muss er überlegen. Ob er denn Präsident der Europäischen Zentralbank werden wolle, fragte ihn vor Kurzem eine italienische Journalistin bei einem Abendessen des Bundesbankchefs im Gästehaus der Notenbank. "Die Frage stellt sich nicht. Wir haben einen sehr guten Präsidenten", schießt es aus Weber heraus. Er lächelt verschmitzt und schaut in die Runde. Natürlich will er. Aber er darf es nicht sagen - schon gar nicht zwei Jahre bevor
Jean-Claude Trichet als Präsident der EZB abtritt. Wer zu früh aus der Deckung kommt, verliert.
Seit vergangener Woche aber ist Weber Kandidat. "Deutschland wäre zweifellos in der Lage, einen exzellenten Präsidenten als Nachfolger von Jean-Claude Trichet vorzuschlagen", verkündete Werner Hoyer, Staatsminister im Auswärtigen Amt. Es sei "nicht unbegründet, dass ein EZB-Ratsmitglied, das so erfahren und erfolgreich ist wie Herr Weber, Nachfolger von Trichet wird". Auch wenn danach Deutschlands Regierungssprecher beschwichtigte und sagte, es sei nichts entschieden - das Rennen um den Posten ist eröffnet. Und es wird auf einen Zweikampf hinauslaufen: Deutschland gegen Italien, Weber gegen Mario Draghi, den italienischen Notenbankchef. Die meisten Insider halten Draghi für den Besseren; aber Favorit ist Weber. Er kann sich auf einflussreiche Verbündete stützen, seine Seilschaft in Berlin.
Der Präsidentenposten wäre die Krönung von Webers erstaunlich rasanter Karriere. Erst vor fünf Jahren rückte er an die Spitze der Bundesbank. Sein Vorgänger, Ernst Welteke, musste zurücktreten, weil er sich von der Dresdner Bank Übernachtungen im Hotel Adlon hatte bezahlen lassen. Bundeskanzler
Gerhard Schröder wollte als Nachfolger eigentlich den Wirtschaftsweisen Peter Bofinger, doch der damalige Finanzminister Hans Eichel wollte den linken Querdenker partout nicht haben. Er drohte mit Rücktritt und setzte Weber durch, damals Professor an der Universität Köln.
Bundesbankpräsident Axel Weber
Zu verdanken hatte Weber diesen überraschenden Aufstieg einem früheren Studenten,
Jörg Asmussen , heute Finanzstaatssekretär. Der hatte schon zuvor daran mitgewirkt, dass Weber in den Sachverständigenrat der Regierung kam, und machte nun Lobbyarbeit.
Weber konnte bald zeigen, dass er seinen Posten nicht nur Zufall und Beziehungen verdankte. Als er antrat, lag die einst so glanzvolle Bank am Boden. Mehr noch als die Welteke-Affäre schmerzte die Mitarbeiter der Verlust ihres Einflusses. Längst hatte die EZB das Sagen in Europa.
Teil 2: Aus Webers "großer Lösung" wurde der Soffin
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Aus der FTD vom 31.01.2010
© 2010 Financial Times Deutschland,
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