Politik im Container: Die EU-Wettbewerbsbehörde ist das neue Machtzentrum in Brüssel
So mancher Bankvorstand muss mit fünf, sechs Kommissionsbeamten auf den Hartplastikstühlen Platz nehmen. Dann wird verhandelt: mit der
Commerzbank , welche Geschäfte sie im Gegenzug für Staatshilfen aufgeben muss. Mit den deutschen Landesbanken über ihre Zukunft. Mit der holländischen
ING über ihren Sanierungsplan. Mit britischen Banken über die Bewertung ihrer faulen Wertpapiere, die der Staat abgesichert hat.
Insgesamt rund 50 Beihilfefälle prüft die EU-Kommission, seit Europas Regierungen Garantieschirme von bis zu 2300 Mrd. Euro gespannt und ihre Banken europaweit mit 400 Mrd. Euro direkt gestützt haben.
Die Bürocontainer sind zur Kommandozentrale der europäischen Bankenpolitik geworden. Anderswo konnte die Behörde so schnell keinen Platz schaffen für die rund 30 neuen Wettbewerbshüter, die eilig intern aus der EU-Exekutivbehörde und extern aus Europas Zentralbanken, Aufsichtsbehörden und Finanzministerien rekrutiert wurden. Junge Leute sind es, zwischen 30 und 40, die oft keine Familie haben und kein Problem haben mit Nacht- und Wochenendarbeit.