Maltas Zuständigkeitsgebiet für in Seenot geratene Schiffe
Nicht aber für Zacharia und seine Gefährten. "Einige auf unserem Boot schrien vor Schreck: Malta!", erinnert sich der 30-jährige Flüchtling. Man hatte ihn und seine Kameraden in Libyen gewarnt. Dort gäbe es für Afrikaner keine Zukunft, die Menschen hassten die Fremden. "Wenn ihr in Malta landet, werdet ihr eingesperrt. Die wollen euch dort nicht, und weg kommt ihr von dort auch nicht", hieß es.
Genau das ist damals, im Juni 2005, auch eingetreten. Maltas Streitkräfte griffen Zacharia auf, sperrten ihn in ein geschlossenes Flüchtlingslager. Fast zwei Jahre lang.
Rund 7000 Flüchtlinge sind seit 2002 auf Malta angekommen, die meisten aus Somalia, dem Sudan, Eritrea und Nigeria. Zu viel für eine dicht besiedelte Insel, auf der sich 400.000 Einwohner 316 Quadratkilometer Landfläche teilen. 1780 Flüchtlinge letztes Jahr in Malta, das ist, als ob mehrere Hunderttausend in Deutschland gelandet wären, rechnen die Malteser vor.