Trotz des kräftigen Aufschwungs sind die Arbeitskosten in Deutschland 2006 so moderat wie in keinem anderen EU-Land gestiegen. Dies geht aus jüngsten Zahlen des Statistischen Bundesamtes hervor. In der Privatwirtschaft kostete eine Arbeitsstunde demzufolge im Schnitt 1,1 Prozent mehr als 2005.
In den osteuropäischen EU-Mitgliedsstaaten gab es dagegen kräftige Aufschläge. Die Arbeitskosten in der Tschechischen Republik legten beispielsweise um 11,7 Prozent zu, in Lettland um 23,3 Prozent und in Rumänien sogar um 23,5 Prozent.
Im Verarbeitenden Gewerbe - das besonders im internationalen Wettbewerb stehe - zahlten die Arbeitgeber in Deutschland 2006 durchschnittlich 32 Euro für eine Arbeitsstunde. Damit liege Deutschland hinter Belgien, Schweden und Dänemark auf dem vierten Platz im EU-Vergleich. "Die niedrigsten Arbeitskosten hatte Bulgarien mit 1,80 Euro, die höchsten Arbeitskosten wies Dänemark mit 33,80 Euro auf", berichteten die Statistiker. Beim Arbeitskostenniveau in der Privatwirtschaft insgesamt liege Deutschland mit 28,70 Euro hinter Dänemark, Schweden, Luxemburg, Belgien und Frankreich auf Platz sechs in der Europäischen Union.
Zu Jahresbeginn setzte sich in Deutschland die moderate Entwicklung im Produzierenden Gewerbe und bei den Dienstleistern fort. Im ersten Quartal gab es ein Plus von 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Saison- und kalenderbereinigt ergab sich sogar ein Minus von 0,1 Prozent zum Jahresende 2006. Dabei blieben die Kosten für Bruttolöhne und -gehälter unverändert, während die Arbeitgeber bei den Lohnnebenkosten um 0,5 Prozent entlastet wurden. Hauptgrund dafür waren niedrigere Beitragssätze für die Arbeitslosenversicherung.