Es sind Zahlen, die den Atem stocken lassen: 18 Millionen Menschen sind in der Euro-Zone ohne Arbeit, zwei Millionen mehr als im Vorjahr. Einen höheren Wert hat es seit Start der Währungsunion nicht gegeben, besonders alarmierend sind die Daten für Südeuropa.
Nun mögen viele diese Zahlen nicht mehr schockieren, weil die Krise sie abgestumpft hat. Das Drama aber, das sich in Spanien, Griechenland oder Portugal abspielt, erfordert dringend eine Antwort - von ganz Europa.
Die Jugendarbeitslosigkeit hat in diesen Ländern teilweise 50 Prozent erreicht; das sind Werte, die so hoch sind, dass der Schaden noch über Jahre, wenn nicht Jahrzehnte zu spüren sein wird: Wer jetzt 25 ist, keine Aussicht auf einen Job hat und deshalb wieder bei den Eltern wohnt, kein Haus baut und keine Familie gründet, kann den Einstieg ins Berufsleben für immer verpassen. Und dieses Problem stellt sich inzwischen millionenfach.
Die monströsen Zahlen und die heftigen Proteste treffen Europa zu einem Zeitpunkt, an dem sich die Lage etwas entspannt hatte - dank neuer Institutionen wie des ESM, der Hilfen der EZB und neuer Regeln. Nun zeigt sich: Die technische Antwort auf die Krise reicht nicht aus. Es gibt eine zweite Zukunftsfrage in dieser Euro-Rettung, sie dreht sich um die Rettung dieser Menschen, und auch die erfordert eine konzertierte Antwort. Europa braucht Jobs, Jobs, Jobs.
Das ist einfacher gefordert als getan. Gerade Deutschland aber kann mit seinen Erfahrungen aus der Wiedervereinigung helfen: Wir wissen, dass die Lösung verdammt lange dauert und dass es mit ein paar Milliarden für Vorzeigeprogramme nicht getan ist.
Für Europa kommt es auf einen Mix an Ideen an: Wir brauchen beherzte Arbeitsmarktreformen, die den Zugang für Jugendliche erleichtern, groß angelegte Sprachkurse, die die Mobilität in Europa fördern, gezielte Programme für Jugendliche - ja, und Wachstum. Wenn wir in Europa über die Härte von Sparpaketen sprechen, muss es künftig heißen: Wir dürfen auch nicht die Jugend kaputtsparen.