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Merken   Drucken   14.12.2011, 08:37 Schriftgröße: AAA

Attentat in Belgien: Auch Kleinkind stirbt bei Lütticher Blutbad

Ein vorbestrafter Waffennarr warf Granaten und schoss auf Besucher eines Weihnachtsmarktes - auch ein Kleinkind erliegt seinen Verletzungen. Der Todesschütze war ein verurteilter Straftäter, der auf Bewährung draußen war.
© Bild: 2011 DPA/MICHEL KRAKOWSKI
Ein vorbestrafter Waffennarr warf Granaten und schoss auf Besucher eines Weihnachtsmarktes - auch ein Kleinkind erliegt seinen Verletzungen. Der Todesschütze war ein verurteilter Straftäter, der auf Bewährung draußen war.
Ein vorbestrafter Waffennarr hat in Lüttich ein Blutbad angerichtet. Der 33-Jährige, der auf Bewährung in Freiheit war, tötete vier Menschen und sich selbst. Bei der Tat starben eine 15-Jährige, ein 17-Jähriger und eine 75 Jahre alte Rentnerin. Ein erst 17 Monate altes Kleinkind verschied am späten Dienstagabend. Die Staatsanwaltschaft der belgischen Stadt sprach von 120 Verletzten. Das Motiv des Mannes ist unklar.
Der Attentäter war nach Justizangaben 2008 wegen unerlaubten Waffenbesitzes und Drogenhandels zu knapp fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Die Polizei hatte in seinem Haus 9500 Waffenteile, zehn Waffen und 2800 Cannabispflanzen entdeckt.
Nach offiziellen Angaben hätte der Todesschütze am Dienstag im Justizpalast nahe des Tatorts erscheinen müssen. Der 33-Jährige eröffnete - offenbar auf dem Weg zu dem Gerichtstermin - laut Staatsanwaltschaft an einer Bushaltestelle das Feuer auf eine Menschenansammlung und zündete Handgranaten.
Zunächst hatten Medien, Polizisten und Augenzeugen von zwei oder drei Attentätern gesprochen. Augenzeugen berichteten von einer Verfolgungsjagd in der City von Lüttich, bei der immer wieder Schüsse gefallen seien. Die Polizei dementierte dies erst Stunden später. Auch Meldungen, ein zweiter Täter habe sich in den Justizpalast geflüchtet, erwiesen sich als falsch.
Das Motiv blieb im Dunkeln. Einen terroristischen Hintergrund schloss das Innenministerium von Anfang an aus. Der Straftäter sei wegen seiner Gewaltdrohungen polizeibekannt gewesen, aber nicht wegen terroristischer Aktivitäten, sagte Staatsanwältin Danièle Reynders.
Der Angreifer verließ nach Darstellung der Staatsanwaltschaft am späten Vormittag mit dem Wagen seine Wohnung in Lüttich und hatte dabei einen Revolver, eine Kalaschnikow und Granaten in einem Rucksack dabei. An einer Bushaltestelle auf der Place Saint-Lambert - wenige Meter von einem gut besuchten Weihnachtsmarkt entfernt - habe er gegen 12.30 Uhr wahllos in die Menge gefeuert. Anschließend habe er sich mit einer Granate in die Luft gesprengt.

Teil 2: "Da war eine Massenpanik"

  • FTD.de, 14.12.2011
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