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Merken   Drucken   13.12.2011, 16:35 Schriftgröße: AAA

Attentat in Belgien: Vier Tote und über 60 Verletzte bei Anschlag in Lüttich

Die belgische Stadt wird von einem Blutbad erschüttert. Ein oder mehrere Attentäter werfen Sprengsätze auf Wartende an einer Bushaltestelle im Zentrum. Anschließend kommt es zu einer Großfahndung in der City. Von einer Schießerei ist die Rede. von Claus Hecking  Brüssel
Bei einem Anschlag im belgischen Lüttich sind nach Angaben diverser Medien und der Polizei vier Menschen getötet und mehr als 60 verletzt worden. Unter den Toten soll sich ein oder der Täter befinden. Die Zahl der Angreifer war lange unklar.
Örtliche Medien und Polizisten berichteten von zwei oder drei Attentätern, der Bürgermeister der Stadt nahe der deutschen Grenze, Willy Demeyer, sprach von einem Einzeltäter. Der Mann habe das Feuer eröffnet und sich anschließend mit einer Granate getötet, sagte er einer Zeitung zufolge. Es gebe keinen terroristischen Hintergrund, erklärte das Innenministerium.
Einem Bericht der Nachrichtenagentur Belga zufolge soll ein etwa 40-Jähriger auf der Place Saint-Lambert Sprengsätze auf eine Bushaltestelle geworfen haben. Ein zweiter Attentäter befinde sich auf der Flucht, berichtete die Agentur dpa unter Berufung auf die Polizei. Er sei durch die Innenstadt verfolgt worden.
Tote und Verletzte Attentat stürzt Belgien in Trauer
Meldungen über einen dritten Angreifer wurden von der Polizei vorerst nicht bestätigt. Mehrere lokale Medien berichteten übereinstimmend, vor dem Attentat seien drei Männer aus einem Strafprozess im nahe gelegenen Justizpalast geflohen. Einer von ihnen soll laut einem Bericht der lokalen Website „LaMeuse.be“ nach einem Schusswechsel gefasst worden sein, der andere noch nicht.
"Der Täter hat alleine gehandelt, er war mit Handgranaten und einer Kalaschnikow bewaffnet", zitierte die Zeitung Sudpresse Bürgermeister Demeyer. Der Täter soll wegen Waffenbesitzes und des Anbaus von Cannabis vorbestraft gewesen sein.
Unter den Opfern soll ein fünfzehn Monate altes Kind sein, das sich in Lebensgefahr befindet. Im Lauf des Schusswechsels wurden nach Angaben des belgischen Fernsehsenders RTBF sieben Menschen schwer verletzt, 40 Passanten erlitten leichte Verletzungen. Der Sender zeigte Bilder, wie Passanten in Panik durch die Straßen flüchteten.
Krankenwagen auf dem  Saint-Lambert-Platz in Lüttich   Krankenwagen auf dem Saint-Lambert-Platz in Lüttich
Auf dem bewegten Platz im Herzen der Stadt, auf dem sich ein Weihnachtsmarkt befindet, soll nach den Explosionen Panik ausgebrochen sein. Bei den Sprengsätzen soll es sich um Handgranaten handeln. Die Polizei riet den Einwohnern, in den Häusern zu bleiben. Augenzeugen berichteten von einer Schießerei zwischen Angreifern und Polizisten nach den Explosionen.
Laut dem Bericht von Belga unter Bezug auf Sicherheitsbehörden sollen die Täter mit einem Kalaschnikow-Gewehr und Sprengkörpern vom Typ Thunderflash ausgerüstet gewesen. Die Polizei bestätigte demnach nicht, dass es eine Verfolgungsjagd in der Innenstadt gegeben habe. Zeugen berichteten wiederum, mindestens ein Attentäter habe im Zentrum um sich gefeuert. Die Polizei wies laut Belga Geschäftsleute an, Türen zu verschließen und Lichter auszuschalten. Menschen flüchteten in Läden, um sich in Sicherheit zu bringen.
Die Hintergründe der Tat waren zunächst unklar. Polizei und Feuerwehr sperrten den Tatort weiträumig ab. Im Hof des Justizpalastes unweit des Anschlagsortes richteten die Behörden eine medizinische Notversorgungsstelle ein. Die Krankenhäuser der nahegelegenen niederländischen Stadt Maastricht schickten Notarztwagen nach Lüttich.
  • FTD.de, 13.12.2011
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