FTD.de » Politik » Europa » Sozialisten fordern EZB-Schwenk

Merken   Drucken   13.02.2012, 21:07 Schriftgröße: AAA

Ausweitung des Mandats: Sozialisten fordern EZB-Schwenk

Exklusiv Der Neue Fraktionschef im EU Parlament verlang von der Europäischen Zentralbank ein Mandat nach dem Vorbild der US-amerikanischen Fed. Swoboda sieht für seinen Vorschlag Chancen - vor allem wegen eines möglichen Siegs der Sozialisten in Frankreich. von Wolfgang Proissl  Frankfurt
Der neue Fraktionschef der Sozialisten im EU-Parlament, Hannes Swoboda, fordert die Ausdehnung des Mandats der Europäischen Zentralbank (EZB). "Der Aufgabenkatalog der EZB sollte erweitert werden", sagte der Österreicher der FTD. "Die Inflationsbekämpfung bleibt ein wichtiges Ziel, aber die Vermeidung volkswirtschaftlicher Ungleichgewichte muss ein gleichrangiges Ziel werden." Swoboda, der seit Jahresbeginn die zweitgrößte Fraktion im EU-Parlament führt, war am Montag zu Gesprächen mit EZB-Chef Mario Draghi, dem Notenbank-Chefvolkswirt Peter Praet und dem deutschen Direktoriumsmitglied Jörg Asmussen in Frankfurt.
Die EZB in Frankfurt   Die EZB in Frankfurt
Dem aktuellen Mandat der EZB zufolge ist es die Hauptaufgabe der Notenbank, in der Euro-Zone, Preisstabilität zu gewährleisten. Dahinter steht die Überzeugung vieler Ökonomen, dass die Geldpolitik Wachstum und Arbeitsplätze mittelfristig am besten fördert, wenn sie für stabile Preise sorgt. Doch andere Notenbanken wie die Federal Reserve in den USA sind neben der Inflationsbekämpfung auch einem hohen Beschäftigungsniveau verpflichtet.
Eine Änderung des EZB-Mandats erfordert die Zustimmung aller Euro-Staaten. Doch der EU-Parlamentarier sieht dafür Chancen - unter anderem wegen des möglichen Siegs des sozialistischen Kandidaten bei der französischen Präsidentschaftswahl, François Hollande. Dieser befürwortet eine aktivere EZB-Rolle. Hinzu komme, dass deutsche Ängste vor verantwortungslosem Wirtschaften anderer Euro-Länder durch den Fiskalpakt beruhigt worden seien.
Swoboda argumentiert, in der Euro-Zone hätten Ungleichgewichte wie die Defizitexplosion in Griechenland oder die Immobilienblase in Spanien die Krise ausgelöst. "Es sollte Aufgabe der EZB sein, im Jahresbericht frühzeitig zu benennen, in welchen Ländern Entwicklungen aus dem Ruder laufen", forderte der Fraktionschef. "Solche Warnungen hätten Signalwirkung und würden rechtzeitig bewirken, dass Marktzinsen dort ansteigen, weil die Märkte das Risiko höher einschätzen", sagte Swoboda.
Swoboda lobte Draghis Kurs, die Euro-Zone durch unbegrenzte Liquiditätsspritzen für Banken zu stützen. "Draghi handelt vollkommen richtig", sagte der neue Fraktionschef. "Unter ihm schaut die EZB nicht mehr nur auf die Inflation, sondern sie übernimmt gesamtwirtschaftliche Verantwortung."
  • Aus der FTD vom 14.02.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland,
Jetzt bewerten
Bookmarken   Drucken   Senden   Leserbrief schreiben   Fehler melden  

Den Parameter für die jeweilige Rubrik anpassen: @videoList
  • Massaker in Syrien: Russen, bewegt euch endlich!

    Russland stand bisher fest an der Seite des Assad-Regimes. Ob mit Waffen oder mit politischer Rückendeckung, Syrien konnte auf die Russen zählen. Das sollte Moskau schleunigst ändern. mehr

  •  
  • blättern
Tweets von FTD.de Politik-News

Weitere Tweets von FTD.de

  26.05. Der Test zu Pfingsten Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Wann gilt ein bundesweites Tanzverbot? Existiert ein offizieller Vatertag? In Deutschland gibt es viele gesetzliche und kirchliche Feiertage: Was wissen Sie darüber?

An welchem Feiertag gilt ein gesetzliches Tanzverbot in Deutschland?

Der Test zu Pfingsten: Kennen Sie sich mit Feiertagen aus?

Alle Tests

FTD-Wirtschaftswunder Weitere FTD-Blogs

alle FTD-Blogs

Newsletter:   Newsletter: Eilmeldungen Politik

Ob Regierungsauflösung oder Umfragehoch für die Linkspartei - erfahren Sie wichtige Politik-Nachrichten, sobald sie uns erreichen.

Beispiel   |   Datenschutz
 



DEUTSCHLAND

mehr Deutschland

EUROPA

mehr Europa

INTERNATIONAL

mehr International

KONJUNKTUR

mehr Konjunktur

 
© 1999 - 2012 Financial Times Deutschland
Aktuelle Nachrichten über Wirtschaft, Politik, Finanzen und Börsen

Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!

Über FTD.de | Impressum | Datenschutz | Disclaimer | Mediadaten | E-Mail an FTD | Sitemap | Hilfe | Archiv
Mit ICRA gekennzeichnet

VW | Siemens | Apple | Gold | MBA | Business English | IQ-Test | Gehaltsrechner | Festgeld-Vergleich | Erbschaftssteuer
G+J Glossar
Partner-Angebote