Silvio Berlusconi hat bei einem Auftritt in seinem Mailänder Sex-Prozess beteuert, er habe "niemals intime Beziehungen gleich welcher Art" mit dem Partygirl Ruby gehabt. Er sei auch davon überzeugt gewesen, dass sie bei ihren Treffen 24 Jahre alt gewesen sei, wie sie es ihm gesagt habe, also nicht mehr minderjährig, sagte der italienische Ex-Premier am Freitag vor Gericht. Er schloss auch "mit absoluter Sicherheit" aus, dass sich bei den Festen in seiner Villa Arcore bei Mailand Sexuelles abspielte. Über die Abendessen in seiner Privatvilla sei viel fabuliert worden.
Berlusconi (76) ist angeklagt wegen Sex mit minderjährigen Prostituierten bei Partys sowie Amtsmissbrauchs. Er kam zum zweiten Mal während des langwierigen Prozesses in den Justizpalast und gab dabei erstmals auch diese als "spontan" bezeichnete Erklärung ab. Er wollte sich aber offenbar keiner offiziellen Befragung stellen. Ansonsten standen Zeugenvernehmungen auf der Gerichtsagenda.
Ruby hatte zuvor ausgesagt, dass es zu keinem Zeitpunkt zum sexuellen Kontakt mit Berlusconi gekommen sei. Jedoch habe er ihr angesichts ihrer schwierigen familiären Situation damals 7000 Euro gegeben. Berlusconi sprach vor dem Prozess von einem Komplott der Staatsanwaltschaft gegen ihn.
Die damals 17-jährige Ruby hatte an Partys in Berlusconis Villa Arcore bei Mailand teilgenommen. Aus Ermittlungsdokumenten der Staatsanwaltschaft, geht hervor, dass sich "eine erhebliche Zahl junger Frauen" für Berlusconi prostituiert habe. Unter dem Beweismaterial sind demnach Telefonmitschnitte, in denen angeblich wilde Sexpartys in der Villa beschrieben werden.