Die Kommission selbst will aus dem EU-Haushalt zwischen 2014 und 2020 gut 9 Mrd. Euro für die Förderung der Projekte zur Verfügung stellen. Mit EU-Geld gefördert werden sollen nur Maßnahmen, die für sich nicht wirtschaftlich wären, aber für den europäischen Energie-Binnenmarkt nötig sind. Für große innerdeutsche Leitungen rechnet Oettinger nicht mit Zuschussbedarf. "Eine Höchstspannungsleitung von Hamburg nach Köln oder von Bremen nach München ist im Prinzip eine Sache für private Investoren. Solche "Schnellstraßen in die Metropolen" seien keine Frage der öffentlichen Finanzierung. Für andere Projekte, etwa so genannten Interkonnektoren zwischen zwei Staaten oder Leitungen auf die Mittelmeer-Inselstaaten Malta und Zypern soll es Zuschüsse geben. Die Fördersätze sind variabel. "Manchmal reichen zehn Prozent, manchmal werden 50 Prozent nötig sein, etwa beim Anschluss der Mittelmeerinseln." Die Wirkung der 1,3 Mrd. Euro pro Jahr aus dem EU-Haushalt soll gesteigert werden, indem Projekte über so genannte Projektanleihen gefördert werden. Dazu will die Kommission ebenfalls in dieser Woche Vorschläge vorlegen.
Die EU-Planungen konzentrierten sich bisher auf Leitungen aus der Nord- und Ostsee, wo riesige Windfarmen entstehen, nach Süden. Oettinger zeigte sich aber bereit, mit dem Infrastrukturprogramm auch die Produktion von Sonnenstrom in Griechenland zu unterstützen. Wenn dieses von den Griechen "Helios" genannte Projekt komme, "dann brauchen wir mehr Kapazität von Griechenland in Richtung West-Balkan, Bulgarien, Slowenien, Kroation und Österreich", sagte der Kommissar.