Premierminister
Gordon Brown und Finanzminister
Alistair Darling klangen am Mittwoch kämpferisch. Bei der Präsentation des Rettungspakets für britische Banken, das einer Teilverstaatlichung gleichkommt, sagte Brown: "Es ist jetzt keine Zeit für gewöhnliches und dogmatisches Denken. Wir müssen neue Wege gehen. Dieser Eingriff zielt auf das eigentliche Problem ab." Darling ergänzte: "Diese Maßnahmen sind absolut notwendig, um das System wieder in Gang zu bringen."
Der Plan der Regierung ist mehrstufig. 25 Mrd. Pfund stellt die Regierung in einer ersten Tranche bereit, damit die Banken ihr Kernkapital erhöhen können. Weitere 25 Mrd. Pfund können zusätzlich gezogen werden. Angedacht ist, dass die Finanzinstitute eine ordentliche Kapitalerhöhung durchführen, die vom Staat unterstützt wird. Desweiteren gibt der Staat eine Garantie ab für kurzfristige und mittelfristige Schuldpapiere, die begeben werden. Den Wert dieser Garantie bezifferten Premierminister Brown und Finanzminister Darling auf 250 Mrd. Pfund. Das soll den Banken vor allem über das Jahresende helfen, zu dem üblicherweise eine Vielzahl von Verbindlichkeiten fällig werden.
Das Besondere dabei: Es ist ein Angebot der Regierung, das nicht in Anspruch genommen werden muss. Einzige Bedingung ist, dass die Institute ihre Kernkapitalquote um 25 Mrd. Pfund erhöhen. Nehmen sie die Offerte der Regierung an, sichert sich der Staat allerdings ein Mitspracherecht bei der Dividendenpolitik und der Entlohnung des Managements zu. HSBC teilte bereits mit, man habe keine Pläne, das Angebot anzunehmen.
Die Bank von England werde außerdem weitere kurzfristige Kredite anbieten, sagte Darling. Mindestens 200 Mrd. Pfund sollten für bis zu drei Monate bereitgestellt werden. Damit soll ausreichend Liquidität bis über das Jahresende, wenn viele Verbindlichkeiten fällig werden, zur Verfügung stehen. "Wir werden tun, was auch immer notwendig wird." Darling wird das Paket am Mittwoch im Parlament vorstellen. Zuvor hatten Darling und Premierminister mit den Chefs der Zentralbank und der Finanzaufsicht über Auswege aus der Krise beraten.
Die EU-Kommission teilte mit, sie sei über den britischen Plan informiert und werde eine rasche Entscheidung treffen, sobald die Einzelheiten bekannt seien. Die EU muss staatlichen Hilfsprogrammen zustimmen.