Die Staats- und Regierungschefs wollen das Vorhaben bei ihrem zweitägigen Wirtschaftsgipfel Ende dieser Woche in der belgischen Hauptstadt absegnen. Im vorläufigen Abschlussdokument des Gipfeltreffens, das der Financial Times vorliegt, heißt es: "Die Gründungsgebühren sollten so gering wie möglich sein, und für das Einstellen eines ersten Mitarbeiters sollte nicht mehr als eine behördliche Anlaufstelle nötig sein."
Unternehmer dürften sich über das Vorhaben freuen. Sie beklagen, wie teuer und umständlich es sei, in Europa eine Firma zu gründen, besonders im Vergleich zu den USA.
Der Zeitaufwand für eine Firmengründung unterscheidet sich derzeit zwischen den EU-Mitgliedsstaaten deutlich. Nach Informationen der Londoner Organisation Centre for European Reform reicht die Spanne von weniger als zwei Wochen in Dänemark, Finnland, Frankreich, Italien sowie den Niederlanden bis hin zu 54 Tagen in Portugal und sogar gut 60 Tagen in Slowenien.
Auch die Kosten klaffen von Land zu Land auseinander. In Dänemark ist eine Gründung kostenlos, in Griechenland dagegen fallen mehrere Tausend Euro an. Die meisten EU-Länder schreiben vor, dass Unternehmer umfangreiche Bareinlagen bei einer Bank hinterlegen müssen, bevor die Erlaubnis für die Firmengründung erteilt wird. In der Vergangenheit habe sich die EU zu sehr darauf konzentriert, den großen Unternehmen zu helfen, hatte Industriekommissar Günter Verheugen eingeräumt.