"Wir können von harten Verhandlungen ausgehen", sagte Kommissar Lewandowski. Schon bei den Vorgesprächen über den Haushalt sei die Kommission unter "freundlichem Beschuss" aus manchen Hauptstädten gewesen. "Wir sparen, was zu sparen möglich ist", beteuerte er.
Angesichts der strikten Sparprogramme in zahlreichen EU-Staaten will die Kommission im kommenden Jahr ihre Verwaltungsausgaben auf dem Stand dieses Jahres einfrieren. Die Ausgaben für Gebäude, Dienstreisen und Konferenzen bleiben unverändert, mögliche Gehaltserhöhungen müssen durch Einsparungen im Verwaltungsbudget finanziert werden.
Zugleich kündigte die Kommission eine Beschneidung der bisherigen Privilegien der EU-Beamten an - vor allem Pensionen, Zulagen, Schulkosten und ähnlichem. "Wir denken gerade sehr tiefgehend über den Beamtenstatus nach", sagte Lewandowski. Näheres wolle er noch nicht sagen: "Wir wollen nicht zu sehr provozieren. Das muss alles mit den Gewerkschaften ausgehandelt werden."
Der Haushaltsentwurf der Kommission sieht Ausgaben von 132,7 Mrd. Euro vor. Mit 57,9 Mrd. Euro ist die Landwirtschaft auch 2012 der größte Etatposten. Allein 44,1 Mrd. Euro davon entfallen auf Beihilfen und andere Subventionen. Für die Kohäsionspolitik - also die Verteilung von Geldern reicher Staaten an die ärmeren EU-Mitglieder, um deren Lebensverhältnisse zu bessern - sollen 45,1 Mrd. Euro ausgegeben werden. Das wären 8,4 Prozent mehr als im Vorjahr.