Ob es nun um neues Kapital für Griechenlands Mittelstand oder Breitbandnetze geht - die Instrumente sind der letzte Schrei in Europas Fördermaschine. Brüssel will damit die "größtmögliche Hebelwirkung" ihrer Subventionen erreichen. Die EU soll bürgen, um weitere Geldgeber anzulocken - gerade jetzt, da der Kreditstau die Wirtschaft vieler Länder lähmt.
Nur einen Haken gibt es: Wo die Milliarden landen, weiß die Kommission selbst nicht immer genau. So fahndete die Behörde zu Jahresbeginn wochenlang nach mehreren Milliarden Euro Fördergeld. Prüfer des EU-Rechnungshofs hatten sich erkundigt, wie viel Geld in den Finanzvehikeln steckt. Die Antwort blieb Brüssel schuldig. "Die Kommission (verfügte) Ende 2010 nicht über umfassende Informationen über die Höhe der von Finanzierungsinstrumenten tatsächlich verwendeten Mittel", heißt es im neuen Rechnungshofsbericht.
"Die Kommissionsleute hatten keinen Durchblick", erzählt ein Insider, "und das ist nicht mal ihre Schuld." Der Fehler sei die zugrunde liegende Verordnung. Die sieht bei Finanzinstrumenten keine jährliche Rückmeldung an Brüssel vor. Und so legen die Geldempfänger in den Mitgliedsstaaten oft nur ein einziges Mal Rechenschaft ab: bei Programmende, nach jahrelanger Förderung.