Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und der damalige Finanzstaatssekretär Jörg Asmussen am 6. Oktober 2011 im Kanzleramt
Draghi gab die Zuständigkeit für die volkswirtschaftliche Abteilung dem Belgier Peter Praet. Er ist künftig etwa für Zinsentscheide zuständig. Auch Praet gilt jedoch als Verteidiger der Geldwertstabilität und hat die Unterstützung der Bundesbank.
Eigentlich war Benoît Coeuré aus Frankreich, ebenfalls neu im sechsköpfigen Direktorium, Asmussens Konkurrent. Draghi vermied mit dem Kompromiss einen deutsch-französischen Machtkampf. Die Entscheidung im Direktorium fiel einstimmig und offenbar nach vorheriger Information der Regierungen in Deutschland und Frankreich.
Der FTD sagte Asmussen, er sei mit der Entscheidung zufrieden. Neben dem Krisenmanagement werde er sich auch mit der langfristigen Entwicklung der Euro-Zone befassen. Schäuble sprach von einer "ausgewogenen Entscheidung". Asmussen wird eine Art Außenminister und bekommt Zuständigkeiten, die bisher bei EZB-Vize Vítor Constâncio lagen. Dieser wird teilweise entmachtet. Constâncio stammt aus Portugal, einem Land, das von EU-Finanzhilfen abhängig ist.