"Die Ankündigung des Referendums hat für einen Schock an den Finanzmärkten gesorgt", sagte Antje Praefcke, Devisenexpertin von der Commerzbank. "Der Handel wurde alleine durch die Angst dominiert." Auch in den nächsten Tagen dürfte die Unsicherheit anhalten. Nachdem zwei Abgeordnete die Regierungsfraktion am Dienstag verlassen haben, gilt es als zunehmend unsicher, dass Regierungschef Papandreou die für Freitag angesetzte Vertrauensabstimmung gewinnen kann.
16:30 Uhr: Deutsche Politiker haben Verständnis für die Pläne eines griechischen Referendums gezeigt, aber auch vor möglichen Risiken gewarnt. Linke und SPD begrüßten den Schritt des griechischen Ministerpräsidenten Giorgos Papandreou. Auch aus der CDU kam Zustimmung. Gleichzeitig stellten Experten der Union aber weitere Hilfen für die Griechen in Frage. Am weitesten gingen die Reaktionen der FDP. Dort wurde gar ein Euro-Austritt Griechenlands gefordert.
Während Unions-Fraktionsgeschäftsführer Peter Altmaier "Spiegel Online" sagte, der Plan für das Referendum zeige, dass Papandreou es mit der Sparpolitik und den Reformen ernst meine, reagierten andere CDU-Politiker mit großer Skepsis. Bis zur Volksabstimmung herrsche keine Klarheit darüber, ob die Bedingungen für weitere Hilfen erfüllt würden, sagte Unions-Fraktionsvize Michael Fuchs. "Im Zweifel sind deshalb Auszahlungen aus den Hilfsprogrammen bis zu einem erfolgreichen Referendum nicht möglich", sagte er.
16:23 Uhr: Der internationale Bankenverband IIF hält trotz der Ankündigung eines Referendums in Griechenland über das neue Rettungspaket an dem geplanten Schuldenschnitt fest. Der Verband teilte mit, er wolle weiterhin die Vereinbarung des Euro-Krisengipfels von voriger Woche umsetzen, wonach private Gläubiger auf 50 Prozent ihrer Forderungen an Griechenland verzichten wollen. Hierzu wolle der Verband weiter eng mit den griechischen Behörden und Vertretern der Euro-Zone zusammenarbeiten.