Mein Gott, dachte ich, dem armen Mann bleibt auch nichts erspart. Erst lässt er sich von Sarkozy überreden, den französischen Banken ihre griechischen Schrottanleihen abzukaufen, und nun auch noch dieser fiese, terminatormäßige Roboterangriff. Gerade als ich begann, über die möglichen Zusammenhänge zwischen beiden Ereignissen nachzudenken (Hatte Axel Weber die Roboter geschickt?), scannte mein Unterbewusstsein die Schlagzeile ein zweites Mal, und aus "Trichet" wurde "Trichter". Langsam dämmerte mir, dass es möglicherweise doch nicht um die Europäische Zentralbank ging, sondern um den Versuch, eine sprudelnde Ölquelle im Golf von Mexiko in den Griff zu kriegen.
Um es kurz zu machen: Herr Trichet hat mit der Sache nichts zu tun. Dabei wäre der Gedanke nahe liegend, die EZB auch in Sachen Ölpest zu Hilfe zu rufen. Wer überschuldete Banken und Urlaubsländer retten kann, der wird doch wohl noch ein so kleines Loch am Meeresgrund stopfen können - zur Not halt mit ein paar U-Boot-Ladungen 500-Euro-Scheinen. Die Inflationsgefahr wäre gering, schließlich würde das nasse Geld wahrscheinlich nicht in den Wirtschaftskreislauf fließen. Jean-Claude Trichet bliebe unversehrt und könnte sich endlich auch so einen schönen Spitznamen zulegen wie sein US-Kollege Ben Bernanke. Irgendwie klingt "U-Boot-Jean-Claude" sogar noch besser als "Helikopter-Ben".