Es ist bemerkenswert, wie schnell die Union eine Debatte abwürgen will, die immerhin ihr eigener Finanzminister Wolfgang Schäuble lostrat. Seine Vorgesetzte Angela Merkel nennt Volksentscheide über Grundgesetzänderungen zur Zukunft Europas einen Schritt von "übermorgen", Parteivize Volker Bouffier sagt, er wolle erst mal wissen, worüber das Volk abstimmen solle. Und CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe erklärt, in der Zukunft könne man darüber gern reden - aber jetzt doch nicht.
Ja, warum eigentlich nicht? Sicher, Wolfgang Schäuble äußert solche Vorschläge nicht nur aus Sorge um die Verfasstheit der Bundesrepublik. Seine Äußerung gilt ja fast schon als visionär in einer Union, die sich unter Merkel eine "Ach, schau'n wir mal"-Programmatik gegeben hat - und Schäuble kann sich mit ihr als eine Art europapolitischer Vordenker seiner Partei präsentieren.
Aber das entwertet keineswegs sein Plädoyer für eine Grundsatzdebatte über die Zukunft Europas. Gerade in den vergangenen Monaten hat sich das Tempo der politischen Integration beschleunigt: Fiskalpakt, Bankenunion, gemeinsame Haftung - so etwas war noch vor Kurzem undenkbar. Politik und Bürger waren in dem Prozess aber bislang mehr Getriebene als Gestalter. Auch, weil Regierende oft zu lange Entscheidungen hinauszögerten, bis es nicht mehr ging.
Opposition und Koalition sind sich einig, dass es auf Dauer mehr Integration in Europa bedarf, um Krisengefahren und wirtschaftliche Ungleichgewichte zu verringern. Aber wie soll die künftige EU aussehen? Wer haftet für wen, wer regiert, wer kontrolliert wen? Ist das Machtzentrum künftig am Kommissionssitz in Brüssel, beim EU-Parlament in Straßburg oder in den Regierungszentralen in Berlin, Paris und Warschau?
Welche Rolle werden der Bundestag und die Bundesbürger haben? All das sind unvermeidliche, komplexe Fragen, die es zu klären gilt. Politiker wie Bürger müssen in Ruhe die Alternativen debattieren, Vor- und Nachteile abwägen - und darüber abstimmen. Sonst verliert die EU an Legitimation. Das aber geht nicht mal eben innerhalb weniger Stunden, wie es Merkel anscheinend gern hat. Nötig ist eine lange und intensive Diskussion, in Parlamenten und in der Öffentlichkeit. Um sie zu führen, sollte man nicht erst bis übermorgen warten, sondern sie schon heute beginnen.
D tritt aus der heutigen verkorksten EU mit den faulen EU-Verträgen aus und macht mit Frankreich einen Reset der EU: Gründung dieser neuen Kern-EU der starken Länder D, F, Benelux. Diese bilden nunmehr die USE und schaffen den neuen USE- Dollar. In Brüssel entsteht die gemeinsame Regierung für ca. 200 Mio. Menschen. Nach Bewährung des Systems USE sehen wir weiter, welche Länder zu uns passen.
Erst dann ist Europa als starkes wirtschaftliches UND politisches Gegengewicht neben USA, China und Russland handlungsfähig. Dies zu schaffen wäre die eigentliche Aufgabe von Frau Merkel und nicht das “weiter so wie bisher“, das nur im Chaos enden kann. Durch ihr Festhalten am heutigen Falschen Ansatz verursacht Merkel Schäden, die Europa um Jahrzehnte zurückwerfen.
Deshalb sollte nunmehr per Volksabstimmung Deutschland aus der aktuellen verkorksten EU- alt austreten und der solide EU- Neuanfang begonnen werden.