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Merken   Drucken   26.10.2011, 14:44 Schriftgröße: AAA

EFSF: Riesig groß und doch zu klein

Kommentar Selbst die Hebelung des Rettungsschirms wird nicht reichen. Langfristig führt kein Weg an einem stärkeren Engagement der Europäischen Zentralbank in der Schuldenkrise vorbei. von Sony Kapoor
Sony Kapoor ist Chef des Thinktanks Re-Define in London

Vergangenes Jahr haben wir vorgeschlagen, dass die Europäische Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF) Anleihegarantien bietet und keine Kredite. Dadurch muss der Rettungsfonds nicht erst Geld aufnehmen, das er dann weiterverleiht. Die zusätzlichen Kosten dafür fallen weg. Den angeschlagenen Ländern weiterhin Zugang zu den Märkten zu sichern hat aber noch einen weiteren Vorteil: Es könnte nützliches Feedback über die Wirkung der Reformen liefern und den Ländern helfen, schneller wieder auf die Beine zu kommen.
Der Ökonom Sony Kapoor   Der Ökonom Sony Kapoor
Angesichts der Widerstände gegen eine Ausweitung der EFSF - die nötig ist, um das Vertrauen wiederherzustellen - schlugen wir im Januar 2011 vor, dass der Rettungsfonds Teilgarantien ausspricht. Dadurch wächst das effektive Volumen der Sicherung. Statt einem Land, für das die Finanzierung über die Märkte zu teuer geworden ist, 10 Mrd. Euro zu leihen, könnte die EFSF skeptische Gläubiger mit Kreditsicherungen dazu bringen, niedrigere Zinsen zu akzeptieren. Der Rettungsfonds könnte zum Beispiel für bis zu ein Drittel der Darlehenssumme eine Kapitalgarantie aussprechen. Dann reichen 10 Mrd. Euro Einsatz für 30 Mrd. Euro Kredit.
Der Hebel für die EFSF ist ...

 

Der Hebel für die EFSF ist ...

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Magie? Nein. Wer mit 30.000 Euro Eigenkapital kein 30.000 Euro teures Strandhäuschen, sondern ein 100.000 Euro teures Haus kauft, geht mehr Risiko ein. Wenn die EFSF mit ihren Mitteln größere Kredite stützt, ist das mit einem höheren Risiko verbunden. Als sich die Krise noch auf die Länder am Rand der Euro-Zone beschränkte, hätte eine solche Ausweitung der effektiven Größe der EFSF vielleicht noch ausgereicht, um das Vertrauen wiederherzustellen. Jetzt, wo die Krise systemisch geworden ist, ist es dafür vielleicht zu spät. Die Allianz hat unseren ursprünglichen Vorschlag auf die Spitze getrieben - und ist damit zu weit gegangen. 2000 Mrd. Euro Kapazität sind nicht realisierbar.
Jede Ausweitung der EFSF muss daran gemessen werden, ob sie den Rettungsfonds in die Lage versetzt, Italien, das Auge des Sturms, zu stützen. Die Verschuldung des privaten Sektors ist in Italien gering, daher ist das Land grundsätzlich solvent, solange es zu vernünftigen Zinsen Geld leihen kann. Wenn die momentan untragbar hohen Zinsen nicht bald gesenkt werden, ist die Euro-Krise nicht mehr beizulegen. Eine stark gehebelte EFSF schafft das nicht, vor allem, wenn man sie rein als Finanzinstrument begreift, wie die Allianz dies getan hat.
Je niedriger der Anteil der EFSF-Garantien, desto höher ist die Kapazität. Theoretisch. Wenig sinnvollen Schätzungen zufolge lassen sich die 250 Mrd. Euro freie Kapazität der EFSF (nach Rekapitalisierung der Banken) auf bis zu 2500 Mrd. Euro hebeln, wenn der Kapitalschutz auf zehn Prozent reduziert wird. Das ist Unsinn. So eine minimale Garantie wird Gläubiger, die sechs Prozent von Italien verlangen, wohl kaum dazu bewegen, ihre Zinserwartungen zu senken, zumal ein derart großer Hebel auch das Risiko für die EFSF selbst erhöhen würde. Wenn der Rettungsfonds die Fremdkapitalkosten nennenswert senken will, muss er höhere Kapitalgarantien aussprechen, vielleicht für ein Drittel oder die Hälfte.

Teil 2: Niemand glaubt unseren Politikern, wenn sie jetzt sagen, Italien sei zahlungsfähig

  • FTD.de, 26.10.2011
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Kommentare
  • 27.10.2011 21:36:43 Uhr   bege: Immer weg damit

    Mehr EZB? Reicht´s noch nicht? Merkt einer noch was, oder sind jetzt alle völlig schmerzfrei? "Kann keiner mehr VWL"? Inflation und so...Alles unbekannt?

    Job der EZB ist es NICHT Banken zu stützen. Eine ZB hat andere Aufgaben!
    Grosse Teile der Staatsverschuldungen gehen zu Lasten der Stützung der Finanzsysteme, der Banken.

    Die BRD ist ja ein solventer Schuldner. Nur 2 Billionen (2.000.000.000.000) Miese! Gut zu wissen, beruhigt mich sofort! Nur eine Schulden-Vervierfachung seit 1990 - Stimmt – die positive Entwicklung ist ganz deutlich!
    1990 - 540.000.000.000
    2011 - 2.000.000.000.000
    2 Bill´s: Wir müssten 1 Jahr lang "ALLES AUSSCHALTEN" und dabei trotzdem weiterproduzieren, ohne zu essen+trinken etc. Sprich ein ganzes Jahr BIP/GNP aus der Truhe holen, abzahlen und dann wäre alles wieder gut. Oder jeder Erwerbstätige zahlt direkt ca. EU 50.000.

    Gleich wie man das "RettungsCocktailSchirmchen" nennen mag, es ist - im Vergleich zu den gigantischen Mengen an KunstGeldern, die unsere Finanzer "kreieren" und durch die Märkte treiben, ein Klacks - eine Knallvergrössernde Massnahme.

    Fakt ist: Das derzeitige Finanzsystem hat seine Instabilität zu 100% bewiesen - ist in dieser Form nutzlos. Wer hier keinen Bedarf für eine drastische Sofortwende sieht hat "Die letzte Gelegenheit verpasst nachzudenken".
    Es kann nicht sein dass Risiken hoher Vermögen mit Steuergeldern abgesichert werden. Wer von 10 - 7 verliert "muss halt mit nur 3 Mios auskommen", bitter aber knapp machbar, denke ich.
    Banker freuen sich sicher gerade tierisch über neues Realgeld, weiter geht´s, würde mich auch freuen ;-). Im Vergleich zu den gigantischen Mengen an KunstGeldern, die unsere Finanzer durch die Märkte treiben, ist das "RettungsCocktailSchirmchen" ein Trinkgeld.

    Statt hohe Vermögen genauso zu schützen wie geringe, sollte man für die gesamte EU einen drastischen Schuldenschnitt (Haircut) vornehmen, dann mit den Geldern des EFSF kleine Vermögen (z.B. Anlagen aus Pensionsvers.) absichern.
    Steuererhöhungen in der Breite und Sparmassnahmen helfen unserer Gesellschaft keinen Meter weiter.
    Aber - man versenkt das Geld halt lieber "aktiv in HRE+Co" - Pardon - in Bad-Bank-Zweckgesellschaften. 1% davon würde mir schon reichen..

    Die soziale Marktwirtschaft hat die BRD stark gemacht - Jetzt bringt uns die anglosächsische Finanzwirtschaft um - und alle sehen zu...
    Ungesicherte Kreditschuldpapiere werden in reales Geld umgetauscht und wenn´s auffliegt zahlen die Schafe, Pardon Steuerzahler. „Geld drucken leicht gemacht“, alles ohne Folgen, dachte das darf nur..., auch egal.
    Ich verstehe das nicht, aber ich hab´ ja auch nur BWL studiert, nicht Medizin, wie - na Sie schon...

    Gruss in die Runde
    BWLr - Nein ich bin GANZ SICHER kein Sozi, Gutmensch oder Ä., auch kein Rentner
    - Alles nur persönliche Meinung, teils mit Ironie versetzt -

    @ NorbertK. der EFSF heisst EFSF :-)

  • 27.10.2011 11:10:30 Uhr   NorbertK: Zirkel
  • 26.10.2011 22:12:53 Uhr   Ecke: Antwort
  • 26.10.2011 20:00:31 Uhr   Apocalypse Now: (Rettungsschirms )
  • 26.10.2011 19:42:16 Uhr   susi: Um den heissen Brei herumgeredet
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