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Merken   Drucken   10.09.2012, 16:11 Schriftgröße: AAA

Entscheidungen in der Schuldenkrise: Das wird der "Supermittwoch"

Alle starren auf den 12. September. Dann entscheidet das Bundesverfassungsgericht über die Klage gegen den Rettungsfonds ESM. Doch auch in Berlin, Den Haag und Athen wird es spannend. Ein Überblick.
© Bild: 2012 DPA/Bildfunk/Uli Deck
Alle starren auf den 12. September. Dann entscheidet das Bundesverfassungsgericht über die Klage gegen den Rettungsfonds ESM. Doch auch in Berlin, Den Haag und Athen wird es spannend. Ein Überblick.

Er ist als "Super-Mittwoch" in aller Munde. Am 12. September werden die Weichen für die weitere Euro-Politik gestellt. Nicht nur das Bundesverfassungsgericht entscheidet über neue Klagen gegen die Euro-Hilfen. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verschiebt ihre Rede in der Generaldebatte zum Haushalt, um reagieren zu können. In Brüssel stellt die EU-Kommission ihre Pläne für eine Bankenaufsicht vor - der Auftakt einer historischen Reform. In den Niederlanden wird am Mittwoch ein neues Parlament gewählt. Und in Athen geht der Streit über das 11,5-Mrd.-Euro-Sparpaket in die nächste Runde.

Selbst das Ausland fiebert der Entscheidung der höchsten deutschen Verfassungsrichter entgegen. Auch die Euro-Krisenmanager und die Gegner des Euro-Rettungsschirms ESM sowie des europäischen Fiskalpakts für mehr Haushaltsdisziplin blicken mit Spannung nach Karlsruhe. Die Politiker in Berlin und Brüssel geben sich gelassen und erwarten grünes Licht. Entscheiden die Richter dagegen, wäre das mühsam ausgehandelte Konstrukt zur Euro-Rettung vorerst gescheitert.

Fünf Jahre nach Beginn der weltweiten Finanzkrise und angesichts der anhaltenden Euro-Schuldenkrise soll in Europa eine Bankenunion geschaffen werden. Dazu gehören eine einheitlich Aufsicht über alle 6000 Geldinstitute in der Euro-Zone und mittelfristig gemeinsame Fonds zur Einlagensicherung. Die Bankenaufsicht soll nach den Brüssler Plänen schon im Januar 2013 starten. Es geht auch um Wege, Banken in Schieflage notfalls abwickeln zu können.

Im Bundestag wird über die Haushaltspläne der Koalition für 2013 gestritten. Die "Generaldebatte" über den Etat von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verschiebt sich aber. Merkel kann direkt auf das Karlsruher Urteil reagieren. Die Opposition nutzt die Generaldebatte traditionell zur Abrechnung mit der Regierungspolitik.

Ein Kopf-an-Kopf-Rennen dürfte es bei der niederländischen Parlamentswahl geben. Eine Koalition der derzeit regierenden Rechtsliberalen mit den Sozialdemokraten gilt als mögliches Ergebnis. Bislang war die Minderheitsregierung in der Euro-Krise eine der wenigen Verbündeten Berlins. Vor allem in Südeuropa keimt die Hoffnung, dass die künftige Regierung mehr auf die Positionen der hoch verschuldeten Mittelmeerländer eingeht.

Die drei Parteivorsitzenden der griechischen Regierungskoalition wollen sich erneut zusammensetzen. Ihren Clinch über das neue Sparpaket hatten sie bei ihrem Treffen am vergangenen Sonntag nicht beilegen können.

 

  • dpa, 10.09.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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