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  FTD-Serie: Energie der Zukunft

Deutschland ist auf Rohstoffimporte aus politisch instabilen Weltregionen angewiesen. Politik und Energiewirtschaft versuchen, diese Abhängigkeit zu verringern. Die FTD zeigt in einer Serie die Möglichkeiten: Von erneuerbaren Energien über Energieeinsparung bis zum Emissionshandel.

Merken   Drucken   20.09.2006, 07:00 Schriftgröße: AAA

"EU braucht gemeinsame Energie-Außenpolitik"  

Die Sicherung der Engergieversorgung hat viel mit Außenpolitik zu tun. Um sich vor Abhängigkeiten zu schützen, sollte sich Europa hierbei möglichst breit aufstellen - Interview mit dem Energie-Experten Frank Umbach. von Sebastian Thomas
Energieverbrauch in Deutschland   Energieverbrauch in Deutschland
Die Staaten der Europäischen Union müssen sich auf eine gemeinsame Energie-Außenpolitik einigen. Das fordert Frank Umbach, Energie-Experte der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP). Angesichts der wachsenden Abhängigkeit von Öl- und Gaslieferungen aus politisch instabilen Regionen sei die EU gezwungen, als Staatenverbund aktiv zu werden und nach neuen Energiequellen Ausschau zu halten. "Wir befinden uns in einem Wettlauf mit der Zeit - bald ist der Kuchen aufgeteilt."
Russland unternehme derzeit Anstrengungen, durch langfristige Rohstoff-Lieferverträge zentralasiatische Staaten an sich zu binden. Zum Teil geschehe dies in taktischer Allianz mit China. "Wenn sich die EU nicht zu einer kohärenten Energie-Außenpolitik entschließt, dann wird Zentralasien als Lieferant von Erdgas künftig nicht zur Verfügung stehen."
Versäumnisse in der europäischen Energiepolitik sind nach Ansicht des Politikwissenschaftlers vor allem auf deutsche Positionen zurückzuführen. Berlin habe Kassandrarufe aus Brüssel lange Zeit ignoriert. Bereits Ende 2000 habe die EU-Kommission in ihrem Grünbuch versucht, angesichts knapper werdender Ressourcen in der Nordsee den Blick auf die wachsende Abhängigkeit von Energie-Importen zu lenken. Doch statt der Frage nach der Ressourcenkonkurrenz hätten Wirtschaftlichkeit und Umweltverträglichkeit der Debatte ihren Stempel aufgedrückt.

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