Das sagte Innenkommissar Franco Frattini am Donnerstag in einem Interview dem "Daily Telegraph" in London. Damit könnten die Medien zur Vorsicht bei religiösen Themen ermutigt werden. Die Richtlinien sollten auf freiwilliger Basis erstellt und eingehalten werden.
"Die Presse wird der moslemischen Welt zeigen: Wir sind uns der Konsequenzen bewusst, wenn wir unser Recht auf Meinungsfreiheit ausüben. Wir können dieses Recht selbst regulieren und wir sind auch bereit dazu", sagte der frühere italienische Außenminister. Die Europäische Kommission könne den Kodex gemeinsam mit Pressevertretern ausarbeiten. Er würde aber nicht rechtlich bindend sein.
Indonesischer Präsidenrt fordert Medien zum Handeln auf
Der indonesische Präsident Susilo Bambang Yudhoyono forderte auch von den Medien seines Landes, Konsequenzen aus dem Konflikt um die Karikaturen zu ziehen. "Das Recht auf Pressefreiheit gilt nicht unbeschränkt", sagte der Staatschef aus Anlass des indonesischen Tags der Presse in Bandung. "Um welchen Glauben es sich auch handelt: Wir müssen ihn respektieren." Indonesien ist das Land, in dem weltweit die meisten Moslems leben.
Bei moslemischen Protesten gegen die Mohammed-Karikaturen sind etliche Menschen getötet worden. Die umstrittenen Karikaturen waren im September in einer dänischen Zeitung erschienen und sind in den vergangenen Wochen in zahlreichen Publikationen nachgedruckt worden. Die Zeitungen berufen sich dabei auf die Meinungsfreiheit, während Kritiker sagen, die Zeichnungen beleidigten Moslems vorsätzlich. Die islamische Tradition verbietet die Darstellung des Propheten Mohammed.