FTD.de » Politik » Europa » EU-Osterweiterung: Rumänien will Vorbereitung 2004 abschließen

Merken   Drucken   25.11.2003, 11:00 Schriftgröße: AAA

EU-Osterweiterung: Rumänien will Vorbereitung 2004 abschließen  

Rumänien will die Beitrittsverhandlungen mit der Europäischen Union im kommenden Jahr abschließen. Der Kampf gegen die Korruption ist einer der wichtigsten Ziele der Regierung. von Nils Kreimeier, Berlin
Der rumänische Europaminister Vasile Puscas sagte im Gespräch mit der FTD, die rumänische Regierung werde die von der EU geforderten Reformen in einem "Aktionsplan" ab Dezember 2003 durchsetzen. "2004 wird für uns ein Jahr der Entscheidungen", sagte Puscas. "Vor uns liegen nun die schwierigsten Kapitel." Der geplante Beitrittstermin ist das Jahr 2007. Mit dem ehrgeizigen Zeitplan zeigt sich Bukarest unbeeindruckt vom eher ernüchternden Fazit des letzten Fortschrittsberichts der EU-Kommission. Brüssel hatte Rumänien Anfang November den Status einer funktionierenden Marktwirtschaft verweigert und eine entschiedene Umsetzung der nötigen Reformen gefordert. Die Regierung von Ministerpräsident Adrian Nastase hatte sich zuvor überzeugt gezeigt, noch in diesem Jahr als funktionierende Marktwirtschaft anerkannt zu werden.
Dabei spielt auch die Konkurrenz mit dem Nachbarland Bulgarien eine Rolle, dem der Status bereits im vergangenen Jahr zugesprochen worden war. Im Oktober hatte die Regierung mit großer Mühe eine neue Verfassung vom Volk bestätigen lassen, die Rumänien auf den künftigen EU-Beitritt vorbereiten sollte. Das Referendum erreichte nur knapp die erforderliche Mindestbeteiligung.
Die bisher eher enttäuschende Bilanz seines Landes auf dem Weg in die EU führte Puscas auf Versäumnisse der Vorgängerregierungen zurück. "Wir haben in den 90er Jahren mit einer Reihe von Experimenten sehr viel Zeit verloren", sagte der Minister. "Dadurch hat die wirtschaftliche Erholung wesentlich später begonnen als in anderen Ländern." Während Bulgarien bereits 26 der 30 Kapitel des EU-Beitrittswerks abschließen konnte, hat Rumänien bisher erst 20 Punkte abgearbeitet. EU-Politiker und westliche Unternehmer bescheinigen dem Land allerdings in letzter Zeit deutliche Fortschritte.

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