Die Freundschaft hat allerdings am vergangenen Sonntag ein wenig gelitten. In Italien war der Eindruck entstanden, dass sich Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy auf der Pressekonferenz des Euro-Gipfels über Berlusconi lustig gemacht hatten. Beide forderten rasche Reformen von der Regierung in Rom, um die Schuldenprobleme in den Griff zu bekommen. Auf die Frage nach der Reaktion des italienischen Regierungschefs lächelten sich beide zunächst nur vielsagend an.
Er habe keine Gelegenheit gehabt, in Brüssel auch mit Sarkozy zu sprechen, sagte Berlusconi in der Fernsehsendung. Der Premierminister ist innenpolitisch angeschlagen. Sein Koalitionspartner, die rechtspopulistische Lega Nord, blockierte Reformen wie die Anhebung des Renteneintrittsalters. Erst in letzter Minute gelang ein Kompromiss.
So konnte der Ministerpräsident den Euro-Partnern immerhin ein 14-seitiges Papier präsentieren, das eine Menge Ankündigungen enthalten soll. Neben der Rentenreform gehört dazu der Verkauf von Staatseigentum und die Lockerung des Kündigungsschutzes. Ob das reicht, die wacklige Regierung zu retten, ist ungewiss. Lega-Nord-Chef Umberto Bossi zeigte sich ob der Überlebenschancen des Regierungsbündnisses skeptisch.