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Merken   Drucken   12.05.2011, 23:41 Schriftgröße: AAA

Euro-Krise: Experten rechnen fest mit Umschuldung Griechenlands

Europa müht sich mit der Rettung des Landes ab. Volkswirte und Fondsmanager halten laut einer Umfrage einen Schuldenschnitt in Griechenland für unausweichlich. Die Gläubiger dürften in diesem Fall auf einem Großteil der Forderungen sitzenbleiben.
© Bild: 2011 reuters
Europa müht sich mit der Rettung des Landes ab. Volkswirte und Fondsmanager halten laut einer Umfrage einen Schuldenschnitt in Griechenland für unausweichlich. Die Gläubiger dürften in diesem Fall auf einem Großteil der Forderungen sitzenbleiben.
Eine Umstrukturierung der Schulden des krisengeschüttelten Griechenlands ist einer Umfrage unter Volkswirten und Fondsmanagern zufolge unausweichlich. Von den 28 von Reuters befragten Volkswirten und 15 Fondsmanagern gaben lediglich drei an, dass ein Schuldenschnitt Griechenlands noch abgewendet werden könnte. Mit einer Umstrukturierung der Schulden rechnen die Experten frühestens im Oktober. Etwa die Hälfte der befragten Fachleute geht davon aus, dass die Gläubiger bei einer Restrukturierung nur etwa die Hälfte ihrer Forderungen zurückbekommen dürften.
Griechenland ist hoch verschuldet. Das Land wartet derzeit auf die fünfte Tranche eines 110 Mrd. Euro schweren Hilfspakets der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds (IWF), das im vergangenen Jahr für das angeschlagene EU-Mitgliedsland geschürt worden war.
Aber schon jetzt ist klar, dass das Geld nicht ausreicht, die Defizite im Athener Staatshaushalt in den nächsten zwei Jahren auszugleichen. Die anderen Euro-Staaten werden erneut einspringen und frisches Geld nachschießen. Der Betrag dürfte zwischen knapp unter 30 und 60 Mrd. Euro liegen.
Die Geldgeber wollen die Hilfen allerdings nur im Gegenzug zu strikten Auflagen bereitstellen. Insbesondere soll die griechische Regierung ihr Sparprogramm konsequent und schneller umsetzen, Steuergelder schärfer eintreiben und Staatseigentum rascher verkaufen.
Der US-Vermögensverwalter State Street geht ebenfalls davon aus, dass eine Umstrukturierung griechischer Schulden nicht mehr zu vermeiden ist. Der drittgrößte institutionelle Investor der Welt lege seit Juni vergangen Jahres nicht mehr in griechischen Staatsanleihen an, sagte der Chef der Abteilung festverzinsliche Wertpapiere von State Street Global Advisors, Kevin Anderson. Griechische Staatsanleihen "hängen derzeit in der Luft", da sie aus den meisten Indizes für Industrieländer herausgefallen seien. Die Bonds könnten auch nicht als Verschuldung von Schwellenländern klassifiziert werden.
Auch die anderen möglichen Pleitekandidaten in der EU beobachtet State Street: Die Staatsanleihen von Portugal und Irland hat der Vermögensverwalter untergewichtet. Spanische Bonds würden weiterhin neutral gewichtet, da der Investor nicht davon ausgeht, dass Spanien pleite gehen werde.
  • FTD.de, 12.05.2011
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