Europa müht sich mit der Rettung des Landes ab. Volkswirte und Fondsmanager halten laut einer Umfrage einen Schuldenschnitt in Griechenland für unausweichlich. Die Gläubiger dürften in diesem Fall auf einem Großteil der Forderungen sitzenbleiben.
Eine Umstrukturierung der Schulden des krisengeschüttelten Griechenlands ist einer Umfrage unter Volkswirten und Fondsmanagern zufolge unausweichlich. Von den 28 von Reuters befragten Volkswirten und 15 Fondsmanagern gaben lediglich drei an, dass ein Schuldenschnitt Griechenlands noch abgewendet werden könnte. Mit einer Umstrukturierung der Schulden rechnen die Experten frühestens im Oktober. Etwa die Hälfte der befragten Fachleute geht davon aus, dass die Gläubiger bei einer Restrukturierung nur etwa die Hälfte ihrer Forderungen zurückbekommen dürften.
Griechenland ist hoch verschuldet. Das Land wartet derzeit auf die fünfte Tranche eines 110 Mrd. Euro schweren Hilfspakets der Europäischen Union und des Internationalen Währungsfonds (IWF), das im vergangenen Jahr für das angeschlagene EU-Mitgliedsland geschürt worden war.
Aber schon jetzt ist klar, dass das Geld nicht ausreicht, die Defizite im Athener Staatshaushalt in den nächsten zwei Jahren auszugleichen. Die anderen Euro-Staaten werden erneut einspringen und frisches Geld nachschießen. Der Betrag dürfte zwischen knapp unter 30 und 60 Mrd. Euro liegen.
Die Geldgeber wollen die Hilfen allerdings nur im Gegenzug zu strikten Auflagen bereitstellen. Insbesondere soll die griechische Regierung ihr Sparprogramm konsequent und schneller umsetzen, Steuergelder schärfer eintreiben und Staatseigentum rascher verkaufen.
Der US-Vermögensverwalter State Street geht ebenfalls davon aus, dass eine Umstrukturierung griechischer Schulden nicht mehr zu vermeiden ist. Der drittgrößte institutionelle Investor der Welt lege seit Juni vergangen Jahres nicht mehr in griechischen Staatsanleihen an, sagte der Chef der Abteilung festverzinsliche Wertpapiere von State Street Global Advisors, Kevin Anderson. Griechische Staatsanleihen "hängen derzeit in der Luft", da sie aus den meisten Indizes für Industrieländer herausgefallen seien. Die Bonds könnten auch nicht als Verschuldung von Schwellenländern klassifiziert werden.
Auch die anderen möglichen Pleitekandidaten in der EU beobachtet State Street: Die Staatsanleihen von Portugal und Irland hat der Vermögensverwalter untergewichtet. Spanische Bonds würden weiterhin neutral gewichtet, da der Investor nicht davon ausgeht, dass Spanien pleite gehen werde.
Russland stand bisher fest an der Seite des Assad-Regimes. Ob mit Waffen oder mit politischer Rückendeckung, Syrien konnte auf die Russen zählen. Das sollte Moskau schleunigst ändern. mehr
Die Bundeskanzlerin lehnt Eurobonds kategorisch ab. Vielleicht könnte sie den Plänen zu einer europäischen Einlagensicherung eher zustimmen? Das Vertrauen in die Banken würde steigen. mehr
Die Idee einer Wiedereinführung der Vermögensteuer mag populär sein, klug ist sie jedoch nicht. Denn der bürokratische Auffwand ist unabsehbar. Lohnenswerter wäre eine Reform der Erbschaftsteuer. mehr
Wann gilt ein bundesweites Tanzverbot? Existiert ein offizieller Vatertag? In Deutschland gibt es viele gesetzliche und kirchliche Feiertage: Was wissen Sie darüber?
An welchem Feiertag gilt ein gesetzliches Tanzverbot in Deutschland?
Aus Sicherheitsgründen möchten wir Ihre E-Mail-Adresse bestätigen.
Klicken Sie bitte dazu den Aktivierungs-Link, den wir Ihnen
gerade per E-Mail an zugesendet haben.
Der neue Bundesumweltminister Peter Altmaier will mehr Tempo bei der Energiewende machen - eine Herkulesaufgabe. Die Kosten drohen auszuufern. Ein Zurück zur Atomkraft soll es aber nicht geben. mehr
Milliardenschwere Rettungsdarlehen allein helfen Griechenland nicht. Das Land braucht Hilfe bei Staatsaufbau und Korruptionsbekämpfung – wie ein Entwicklungsland. mehr
Nach einem erneuten Massaker an Zivilisten in der Protesthochburg Homs rückt Russland von dem syrischen Regime ab. Der US-Generalstabschef erwägt erstmals ein militärisches Vorgehen gegen Syrien. mehr
Sollten die Griechen die Drachme wieder einführen, wäre die Währungsunion nicht am Ende, sagt Commerzbank-Vorstand Zielke. Dennoch seien Vorbereitungen nötig - wie sie auch die Schweizer planen und wie der Reisekonzern TUI sie Hellas-Touristen empfiehlt. mehr
Börsen- und Finanzmarktdaten:
Bereitstellung der Kurs- und Marktinformationen erfolgt durch die Interactive Data Managed Solutions
AG. Es wird keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben übernommen!