Die Finanzminister der Euro -Zone brechen angesichts der sich ausweitenden Schuldenkrise im Euro-Raum Tabus. Die griechischen Schulden sollen nach Angaben aus der Euro-Gruppe mithilfe eines groß angelegten Rückkaufs von Anleihen zum Dumpingpreis reduziert werden.
Damit soll gewährleistet werden, dass Griechenland unter seinen Schulden nicht zusammenbricht. Dafür wollen die Euro-Retter eine Einstufung des Landes mit dem Rating "teilweiser Zahlungsausfall" in Kauf nehmen - auch gegen den Widerstand der Europäischen Zentralbank (EZB).
Bislang hatte eine Lösung ohne Zustimmung der EZB bei den Finanzpolitikern der Euro-Zone als undenkbar gegolten. Doch nun zwingt die dramatische Situation der Krisenländer offenbar zu radikalen Schritten.
Die Euro-Gruppe erklärte in der Nacht zum Dienstag, angesichts der Ansteckungsgefahr für andere Staaten würden "Flexibilität und Umfang" des Rettungsfonds EFSF erweitert. Nach Angaben aus Kommissions- und Regierungskreisen konzentrieren sich die Überlegungen auf den Rückkauf von Anleihen durch die griechische Regierung.
Das Geld dafür würde sie von der EFSF erhalten - weshalb das geplante zweite Griechenland-Paket größer als die bisher geplanten bis zu 115 Mrd. Euro ausfallen soll. "Da muss mehr Geld auf den Tisch", hieß es in EU-Kreisen. Nach FTD-Informationen sieht das diskutierte Konzept vor, dass Griechenland bei Rücknahme der Anleihen im Durchschnitt nur 50 Prozent ihres Nominalwerts bezahlt. Dies wäre eine Art freiwilliger Schuldenschnitt. Er würde bisherige Konzepte zur Beteiligung privater Gläubiger ersetzen.
Teil 2: Zusätzliche Stütze der Banken