Der EU-Kommission zufolge droht Griechenland ein weiteres Rezessionsjahr. Sie rechnet mit einem Einbruch des Bruttoinlandsproduktes von 3,5 Prozent, nachdem es 2010 sogar um 4,5 Prozent nach unten gegangen war. Erst 2012 wird wieder ein leichtes Wachstum von 1,1 Prozent erwartet.
Die Gesamtverschuldung soll im laufenden Jahr von 150 auf 157 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) steigen. Im kommenden Jahr werde Athen sogar einen Schuldenstand von 166 Prozent des BIP anhäufen. Das Haushaltsdefizit werde in diesem Jahr 9,5 Prozent des BIP betragen. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als noch im Herbst erwartet. 2012 werde es nur marginal auf 9,3 Prozent sinken, prognostizierte die Kommission.
Der Bericht von EZB, EU und IWF zu Griechenland stellt fest, dass Athen neue Hilfen von außen braucht, um seine Probleme zu lösen. "In Anbetracht der Unwahrscheinlichkeit einer Rückkehr Griechenlands auf die Finanzmärkte im Jahr 2012 ist das Anpassungsprogramm nun unterfinanziert", heißt es in den Ergebnissen der Troika-Prüfungen. "Die nächste Auszahlung (aus dem laufenden Hilfepaket) kann nicht stattfinden, bevor das Problem dieser Unterfinanzierung gelöst ist." Die Euro-Regierungen bereiten ein neues, möglicherweise über drei Jahre laufenden Hilfsprogramm vor.