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Merken   Drucken   09.06.2011, 12:12 Schriftgröße: AAA

Euro-Krise: Griechenland wächst minimal und Portugal schrumpft

Der Hoffnungsschimmer war trügerisch: Vom zunächst genannten Wachstum von 0,8 Prozent bleibt kaum etwas übrig. Das andere Sorgenkind der Euro-Zone fällt sogar ins Minus.
© Bild: 2011 AP
Der Hoffnungsschimmer war trügerisch: Vom zunächst genannten Wachstum von 0,8 Prozent bleibt kaum etwas übrig. Das andere Sorgenkind der Euro-Zone fällt sogar ins Minus.
Die Wirtschaft im hoch verschuldeten Griechenland ist zu Jahresbeginn deutlich schwächer gewachsen als zunächst angenommen. Das Bruttoinlandsprodukt legte von Januar bis März lediglich um 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu. Das Statistikamt korrigierte damit seine erste Schätzung deutlich nach unten, in der noch von einem Plus von 0,8 Prozent die Rede gewesen war. Verglichen mit dem Vorjahr brach die Wirtschaftsleistung mit 5,5 Prozent stärker ein als zuvor mit 4,8 Prozent angegeben.
Der EU-Kommission zufolge droht Griechenland ein weiteres Rezessionsjahr. Sie rechnet mit einem Einbruch des Bruttoinlandsproduktes von 3,5 Prozent, nachdem es 2010 sogar um 4,5 Prozent nach unten gegangen war. Erst 2012 wird wieder ein leichtes Wachstum von 1,1 Prozent erwartet.
Die Gesamtverschuldung soll im laufenden Jahr von 150 auf 157 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) steigen. Im kommenden Jahr werde Athen sogar einen Schuldenstand von 166 Prozent des BIP anhäufen. Das Haushaltsdefizit werde in diesem Jahr 9,5 Prozent des BIP betragen. Das sind zwei Prozentpunkte mehr als noch im Herbst erwartet. 2012 werde es nur marginal auf 9,3 Prozent sinken, prognostizierte die Kommission.
Der Bericht von EZB, EU und IWF zu Griechenland stellt fest, dass Athen neue Hilfen von außen braucht, um seine Probleme zu lösen. "In Anbetracht der Unwahrscheinlichkeit einer Rückkehr Griechenlands auf die Finanzmärkte im Jahr 2012 ist das Anpassungsprogramm nun unterfinanziert", heißt es in den Ergebnissen der Troika-Prüfungen. "Die nächste Auszahlung (aus dem laufenden Hilfepaket) kann nicht stattfinden, bevor das Problem dieser Unterfinanzierung gelöst ist." Die Euro-Regierungen bereiten ein neues, möglicherweise über drei Jahre laufenden Hilfsprogramm vor.
Im hoch verschuldeten Portugal schrumpft dagegen das Bruttoinlandsprodukt. Im ersten Quartal habe sich die Wirtschaftsleistung wie schon am Jahresende um 0,6 Prozent reduziert, teilte die Statistikbehörde in Lissabon mit. Eine frühere Schätzung hatte sogar ein Minus von 0,7 Prozent ergeben. Experten rechnen angesichts des harten Sparprogramms der Regierung nicht mit einer baldigen Trendwende.
"Das Schlimmste kommt erst noch", sagte Analyst Duarte Leite Castro von IG Markets. "In den kommenden beiden Quartalen wird es noch stärker nach unten gehen." Nach Prognose der EU-Kommission wird die Wirtschaft in diesem Jahr um 2,2 und 2012 um 1,8 Prozent schrumpfen. Portugal hat sich im Gegenzug für ein 78 Mrd. Euro schweres Hilfspaket von EU und IWF unter anderem zu Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen verpflichtet.
  • FTD.de, 09.06.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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