Nach einer heftigen Rezession 2009 legt sich das Land ins Zeug und sparte. Die öffentliche Verschuldung ist die niedrigste im Euro-Raum. Doch die Euro-Krise beutelt auch Estland.
Die Euro-Krise hat den konjunkturellen Höhenflug Estlands abrupt gebremst. Die Wirtschaftsleistung des Euro-Mitglieds schrumpfte im Schlussquartal 2011 im Vergleich zum vorangegangenen Vierteljahr saisonbereinigt um 0,8 Prozent. Das geht aus einer vorgelegten vorläufigen Statistik hervor.
Die Schuldenprobleme Europas dämpfen mittlerweile merklich die Ausfuhren des Landes. Einen Rückfall in die Rezession erwarten Volkswirte allerdings nicht, auch wenn die Notenbank zuletzt für 2012 davor gewarnt hatte.
Wirtschaftsdaten ausgewählter Euro-Länder
Annika Lindblad von der Bank Nordea sagt vielmehr ein Wachstum von zwei Prozent voraus nach einem Plus von 7,5 Prozent im vergangenen Jahr. Den offiziellen Daten zufolge sank die Jahresrate im vierten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf vier Prozent ab von 8,5 Prozent im dritten Quartal.
Estland erholt sich immer noch von einer schweren Rezession im Jahr 2009, als die Regierung die Steuern hochsetzte und die Ausgaben kürzte. Dank des Sparkurses gehört das kleine Land zu den wenigen Euro-Staaten, die die Defizit- und Schuldenvorgaben erfüllen. Die öffentliche Verschuldung ist so niedrig wie nirgendwo sonst im Währungsraum. Die Gesundung der nur 15 Mrd. Euro schweren Wirtschaft Estlands hängt an starken Exportzuwächsen. Vor allem mit Ausrüstung für Handynetzwerke und großen Generatoren für Windturbinen macht das Land gute Geschäfte im Ausland.
In früheren Boomjahren haben die Esten Geld zurückgelegt und satte Rücklagen angehäuft. Damit entgingen sie dem Schicksal des baltischen Nachbarn Lettland, der in der ersten Phase der internationalen Finanzkrise um internationale Hilfe bitten musste.
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