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Merken   Drucken   26.01.2012, 08:56 Schriftgröße: AAA

EZB: Trichets Albtraum wird zu Draghis Realität  

Was für Jean-Claude Trichet immer nur ein böser Traum war, muss sein Nachfolger Mario Draghi nun aktiv bekämpfen: eine Beteiligung der EZB am Haircut für Griechenland, wie sie der Internationale Währungsfonds (IWF) fordert - auch auf Druck von Angela Merkel.
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Premium Was für Jean-Claude Trichet immer nur ein böser Traum war, muss sein Nachfolger Mario Draghi nun aktiv bekämpfen: eine Beteiligung der EZB am Haircut für Griechenland, wie sie der Internationale Währungsfonds (IWF) fordert - auch auf Druck von Angela Merkel. von Wolfgang Proissl  Frankfurt
Jean-Claude Trichet gilt als Mann, der seine Worte stets vorsichtig wägt, ehe er sie öffentlich ausspricht. Umso erstaunlicher war es, dass der damalige Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) im Streit um die Beteiligung des Internationalen Währungsfonds (IWF) an der Euro-Krise im Frühjahr 2010 sehr klare Worte fand. "Wenn der IWF oder eine andere Einrichtung irgendeine Verantwortung anstelle der Euro-Gruppe übernehmen würde, wäre das ganz klar sehr, sehr schlecht", warnte Trichet seinerzeit.
Sein Nachfolger Mario Draghi dürfte an Trichets Warnung gedacht haben, als er am Mittwoch mit den 22 Direktoriumsmitgliedern und nationalen Euro-Notenbankchefs über ein delikates Thema beriet: den Druck des IWF auf die EZB, sich am anstehenden Schuldenschnitt auf Staatsanleihen aus dem Euro-Krisenstaat Griechenland zu beteiligen.
Offiziell dementierte der Währungsfonds am Mittwochabend, die Notenbank zu irgendetwas gedrängt zu haben: "Der IWF hat die EZB nicht aufgefordert, irgendeine bestimmte Rolle zu übernehmen", sagte ein Sprecher in Washington. Er bestätigte allerdings, nach Auffassung des IWF sei "eine Kombination aus privater Gläubigerbeteiligung und Unterstützung des öffentlichen Sektors" erforderlich, um die griechischen Staatsschulden von derzeit rund 160 Prozent des Bruttoinlandsprodukts bis 2020 auf 120 Prozent zu verringern.

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