Hague gilt schon immer als Euro-Kritiker. Den Vergleich mit dem "brennenden Haus" hatte er bereits Ende der 1990er Jahre gezogen, als Großbritannien sich gegen den Beitritt zur Euro-Zone entschieden hatte.
Deutschland werde schwächere Mitgliedsstaaten der Währungsunion wie etwa Griechenland für "den Rest ihres Lebens" stützen müssen, sagte der Außenminister. Griechenland, Italien und Portugal müssten akzeptieren, dass sich "einiges, was in ihren Ländern passiert, sehr stark verändern wird. Sogar stärker, als wenn sie nicht in der Euro-Zone wären."
Der Kontinent stehe vor der Aufgabe, den Scherbenhaufen zusammenzukehren. "Der Euro ist da und wir müssen damit umgehen", sagte der Minister. Er fügte hinzu, er werde darum kämpfen, Kompetenzen von der EU nach Großbritannien zurückzuholen. "Die EU hat zu viel Macht", sagte er. "Es gibt Befugnisse, die in dieses Land zurückgeholt werden sollten."
Die Aussagen des Minister sind Ausdruck der latenten Euro- und EU-Skepsis der Briten. Auch die
von EU-Kommissionspräsident Manuel Barroso vorgeschlagene Finanztransaktionssteuer lehnt London ab, um das Land als wichtigsten Finanzmarkt Europas zu bewahren. Die City of London ist als Ansammlung der wichtigsten Global Player so mächtig und bedeutend wie die New Yorker Wall Street. Die Regierung befürchtet eine Abwanderung, falls die neue Steuer auf Börsengeschäfte kommt.