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Merken   Drucken   29.09.2011, 11:05 Schriftgröße: AAA

Finanzkrise: Britischer Außenminister nennt den Euro "Wahnsinn"

Die Insel wollte nie bei der Währungsunion mitmachen. William Hague sieht die Bedenken durch die aktuelle Krise bestätigt und erklärt Deutschland zum Dauer-Zahlmeister. Sein Rundumschlag richtet sich auch gegen die Europäische Union: "Die EU hat zu viel Macht."
© Bild: 2011 AFP/KERIM OKTEN
Die Insel wollte nie bei der Währungsunion mitmachen. William Hague sieht die Bedenken durch die aktuelle Krise bestätigt und erklärt Deutschland zum Dauer-Zahlmeister. Sein Rundumschlag richtet sich auch gegen die Europäische Union: "Die EU hat zu viel Macht."
Großbritanniens Außenminister William Hague hat die Euro-Zone als "brennendes Haus ohne Ausgang" bezeichnet. "Es war Wahnsinn, dieses System zu schaffen, jahrhundertelang wird darüber als eine Art historisches Monument kollektiven Wahnsinns geschrieben werden", sagte der konservative Politiker in einem Interview mit dem konservativen Polit-Magazin "The Spectator".
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Hague gilt schon immer als Euro-Kritiker. Den Vergleich mit dem "brennenden Haus" hatte er bereits Ende der 1990er Jahre gezogen, als Großbritannien sich gegen den Beitritt zur Euro-Zone entschieden hatte.
Deutschland werde schwächere Mitgliedsstaaten der Währungsunion wie etwa Griechenland für "den Rest ihres Lebens" stützen müssen, sagte der Außenminister. Griechenland, Italien und Portugal müssten akzeptieren, dass sich "einiges, was in ihren Ländern passiert, sehr stark verändern wird. Sogar stärker, als wenn sie nicht in der Euro-Zone wären."
Der Kontinent stehe vor der Aufgabe, den Scherbenhaufen zusammenzukehren. "Der Euro ist da und wir müssen damit umgehen", sagte der Minister. Er fügte hinzu, er werde darum kämpfen, Kompetenzen von der EU nach Großbritannien zurückzuholen. "Die EU hat zu viel Macht", sagte er. "Es gibt Befugnisse, die in dieses Land zurückgeholt werden sollten."
Die Aussagen des Minister sind Ausdruck der latenten Euro- und EU-Skepsis der Briten. Auch die von EU-Kommissionspräsident Manuel Barroso vorgeschlagene Finanztransaktionssteuer lehnt London ab, um das Land als wichtigsten Finanzmarkt Europas zu bewahren. Die City of London ist als Ansammlung der wichtigsten Global Player so mächtig und bedeutend wie die New Yorker Wall Street. Die Regierung befürchtet eine Abwanderung, falls die neue Steuer auf Börsengeschäfte kommt.
London sei nicht grundsätzlich gegen eine solche Abgabe, sie müsste aber weltweit eingeführt werden, sagte ein Sprecher des Finanzministeriums der BBC. Für die EU-weite Einführung der von Barroso vorgeschlagenen Steuer ist die britische Zustimmung erforderlich. Die EU-Kommission hat angekündigt, bei einem Veto aus London die Abgabe vorerst in der Euro-Zone einführen zu wollen. Die BBC zitierte einen Sprecher des Ministeriums mit den Worten: "Wir werden nichts tun, was nicht den Interessen Großbritannien entspricht." Auch Schweden als Nicht-Euro-Land lehnt die Steuer ab.

Teil 2: Euro-Skeptiker auf dem Vormarsch

  • dpa, 29.09.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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