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Merken   Drucken   05.05.2011, 19:15 Schriftgröße: AAA

Finanznot: Portugals schwer versilberbarer Goldschatz

Das kleine Land ist reich an dem Edelmetall. Seine Notenbank gehört zu den größten Goldbesitzern weltweit. Doch der Schatz ist nur schwer zu heben. Die Regierung hat keinen Zugriff auf die Reserven.
© Bild: 2010 Bloomberg
Das kleine Land ist reich an dem Edelmetall. Seine Notenbank gehört zu den größten Goldbesitzern weltweit. Doch der Schatz ist nur schwer zu heben. Die Regierung hat keinen Zugriff auf die Reserven.
So gut wie pleite, aber im Besitz eines riesigen Goldschatzes: Portugal sitzt auf einem riesigen Goldberg. 380 Tonnen des Edelmetalls schlummern in den Tresoren der Zentralbank. Das kleine Land mit den enormen Schuldenproblemen gehört zu den 15 größten Goldbesitzern weltweit. Mehr als 12 Mrd. Euro sind die portugiesischen Reserven wert.
Goldbarren der Bundbank: 3400 Tonnen hält die Notenbank in Reserve   Goldbarren der Bundbank: 3400 Tonnen hält die Notenbank in Reserve
Was liegt also näher, als diesen Schatz zu versilbern, um sich aus der akuten finanziellen Notlage zu befreien? Forderungen in diese Richtung ließen nicht lange auf sich warten. Der FDP-Bundestagsabgeordnete Frank Schäffler etwa verlangte den Verkauf des Goldschatzes. "Alles andere wäre unsolidarisch", sagte er der "Bild"-Zeitung. Schäffler steht den Hilfen für das klamme Portugal ohnehin skeptisch gegenüber.
Doch so einfach kann die Regierung in Lissabon die Reserven nicht versilbern. Einem vollständigen oder teilweisen Verkauf müsste die portugiesische Notenbank zustimmen. Ihr Chef Carlos Costa hat dazu bisher aber keine Bereitschaft erkennen lassen.
Die Regierung in Lissabon steht dabei vor ähnlichen Problemen wie die Finanzminister anderer Länder. Auch in Deutschland wacht die Bundesbank über die Goldreserven. Gegen Begehrlichkeiten der Politik wusste sie sich bisher immer zu wehren.
Selbst wenn, die Banco de Portugal ein Teil der Reserven verkaufen sollte, fließt das Geld nicht unmittelbar dem Staatshaushalt zu. Der Erlös würde auf einem Reservekonto landen, auf das die Regierung keinen Zugriff hat.
Noch ein weiteres Problem steht einem großangelegten Verkauf entgegen. Die Notenbank könnte die 380 Tonnen zwar verkaufen. Aber der Goldpreis würde wohl kräftig sinken. Und der erwartete Milliardensegen würde geringer ausfallen.
Der Großteil des Goldschatzes stammt aus der Zeit des Diktators Antonio de Oliveira Salazar, der von 1932 bis 1968 über das Land herrschte. Mit Gold ließ sich der Machthaber Exporte bezahlen. Auch mit Nazi-Deutschland machte das Land gute Geschäfte. Es lieferte Rohstoffe für die Rüstung und ließ sich mit dem Edelmetall bezahlen.
  • FTD.de, 05.05.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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